Kiel

NDR: Externe Überprüfung der Vorgänge im Landesfunkhaus

Behindert ein "Klima der Angst" kritische Berichterstattung des NDR in Kiel? Diesen Verdacht legen Unterlagen nahe, die dem "business insider" vorliegen.

Behindert ein "Klima der Angst" kritische Berichterstattung des NDR in Kiel? Diesen Verdacht legen Unterlagen nahe, die dem "business insider" vorliegen.

Foto: imago images/Winfried Rothermel

Eine Wirtschaftskanzlei soll untersuchen, ob Führungskräfte im Landesfunkhaus Kiel Einfluss auf die Berichterstattung genommen haben.

Die externe Überprüfung von Vorwürfen gegen Führungskräfte des Norddeutschen Rundfunks (NDR) in Kiel kann starten. Der Landesrundfunkrat Schleswig-Holstein brachte am Montag die Prüfung durch eine Wirtschaftskanzlei auf den Weg, wie das unabhängige Kontrollgremium bei dem öffentlich-rechtlichen ARD-Sender nach einer Sitzung mitteilte.

Landesrundfunkratsvorsitzende Laura Pooth teilte mit: „Es muss geklärt werden, ob die landespolitische Berichterstattung des Landesfunkhauses in Kiel ausgewogen war und ist und ob die bestehenden redaktionellen Regeln und Abläufe ausreichend sind, um eine unangemessene Einflussnahme auf die landespolitische Berichterstattung zu verhindern.“ Die Bewertung der Ergebnisse, ob ein Verstoß gegen den NDR-Staatsvertrag vorliege, obliege nach der Untersuchung dem Landesrundfunkrat.

NDR: Personelle Konsequenzen im Landesfunkhaus Kiel

Das Online-Medium „Business Insider“ und danach der „Stern“ hatten vor Wochen über Vorwürfe berichtet, wonach es unter anderem bei der Politik-Berichterstattung im Landesfunkhaus eine Art Filter durch die Vorgesetzten geben könnte. Dabei ging es beispielsweise um ein Interview, das ein NDR-Journalist habe führen wollen, was seine Vorgesetzten aber abgelehnt hätten. Führungskräfte und Sender wiesen Vorwürfe eines politischen Filters zurück.

Der Fall führte bereits zu personellen Konsequenzen: Landesfunkhausdirektor Volker Thormählen hat unbezahlten Urlaub genommen. Der Chefredakteur in Kiel, Norbert Lorentzen, und die Politik-Verantwortliche Julia Stein hatten darum gebeten, sie bis auf weiteres von ihren bisherigen Aufgaben zu entbinden. Es gilt bis zur Aufklärung der Vorwürfe die Unschuldsvermutung.

( dpa )