Gastronomie

WineBank eröffnet auf Sylt – hier lagern Flaschen im Tresor

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Ulrich Gaßdorf
Christian Gehrke und Sven Wiezorek planen die wineBank auf Sylt.

Christian Gehrke und Sven Wiezorek planen die wineBank auf Sylt.

Foto: wineBANK Sylt

Mitglieder können ihre Weinschätze im geplanten Domizil in Westerland aufbewahren. Dagegen schließen zwei bekannte Lokale.

Sylt. Die Gastronomie auf Sylt ist in Bewegung. Die bekannten Lokale Alte Backstube in List und die Pius Weinbar in Keitum werden schließen. Im Herzen von Westerland laufen unterdessen die Bauarbeiten für ein neues Projekt. Der örtliche Edeka-Händler Christian Gehrke und der Weinhändler Sven Wiezorek wollen Ende März kommenden Jahres eine wineBank in der Boysenstraße eröffnen.

Ursprünglich wurde im Rheingau die erste wineBank gegründet. Mittlerweile sind es neun Standorte, unter anderem in Köln, Frankfurt und in Washington (USA). Auch in Hamburg am Stephansplatz gibt es eine wineBank. „Wir waren schon länger von diesem Konzept überzeugt und haben dann in einem ehemaligen Schuhgeschäft die passende rund 370 Quadratmeter große Fläche gefunden“, sagte Gehrke dem Abendblatt. Insgesamt ist in dem großzügigen Weinkeller Platz für bis zu 23.000 Flaschen, die die Mitglieder in den Tresoren der wineBank Westerland lagern können.

Gastronomie: Weinbistro mit Terrasse auf Sylt geplant

Die Mitgliedschaft kostet ab 99 Euro pro Monat, darin ist ein Tresor mit Platz für bis zu 35 Flaschen enthalten. „Es wird eine Lounge geben, die nur für die Mitglieder und ihre Gäste zugänglich ist. Diese ist 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr geöffnet“, sagt Gehrke. Aber auch ein Weinbistro mit Terrasse für Urlauber und Insulaner ist geplant.

Während in der wineBank auf die Eröffnung hingearbeitet wird, muss eine andere Institution schließen: Nach rund zwei Jahrzehnten wird der Sylter Kultwirt Pius Regli seine Pius Weinbar in Keitum aufgeben. Dem Abendblatt sagte der Gastronom: „Der Mietvertrag für mein Ur-Pius wird nicht verlängert. Deshalb müssen wir Ende September 2022 die Fläche räumen. Darüber sind wir sehr traurig.“ Sein langjähriger Vermieter Jens Nielsen habe ihm mitgeteilt, wegen Lärmbelästigung werde der Mietvertrag nicht verlängert. Doch das will der 66-Jährige, der auch das angesagte Restaurant Manne Pahl seit 35 Jahren in Kampen betreibt, nicht auf sich sitzen lassen. „Wir haben die Terrasse vom Pius immer um 22 Uhr geschlossen. Es kam zu keiner Lärmbelästigung.“

Pius-Konzept war auch in Hamburg erfolgreich

Der gebürtige Schweizer war mit seinem Pius-Konzept – es wird Wein ausgeschenkt und dazu Käse, Wurst und Flammkuchen serviert – auch in Hamburg erfolgreich. In der Hansestadt hatte der Unternehmer bis 2014 an der Pöseldorfer Milchstraße und bis 2017 an der Eppendorfer Hegestraße auf der Fläche ist heute die Botanic District Bar seine Pius Lokale.

Doch der Szenewirt wird keine neue Fläche für sein Pius auf Sylt suchen. „Ich bin ja eigentlich schon im Rentenalter“, sagt Regli. Aber das meint der leidenschaftliche Gastgeber wohl nicht so ganz ernst und ergänzt: „Ich werde mich jetzt in erster Linie auf Manne Pahl konzentrieren.“ Jens Nielsen reagierte auf eine Abendblatt-Anfrage nicht.

Gastronomie: Alte Backstube in List schließt

24 Jahre lang hat Konstanze Voigt die Alte Backstube am Süderhörn in List betrieben. Ende Oktober schließt die 57-Jährige das renommierte Restaurant. Die Gastronomin hat einen Makler beauftragt, der jetzt die Immobilie verkaufen soll. „Wir hatten tolle Jahre, unvergessliche Tage und Erlebnisse mit allen Höhen und Tiefen, die das Leben schreibt. Nun ist es Zeit für einen Wandel“, sagt Konstanze Voigt. Die Unternehmerin möchte sich auf ihren Laden Voigts Hausgemachtes in der Listlandstraße konzentrieren.