Wahlkampf

Karin Priens Gender-Verbot sorgt für Ärger in der Koalition

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Das Gender-Verbot an Schulen, das die CDU-Bildungsministerin Karin Prien (Archivbild) erlassen hat, sorgt für Unmut bei den Grünen.

Das Gender-Verbot an Schulen, das die CDU-Bildungsministerin Karin Prien (Archivbild) erlassen hat, sorgt für Unmut bei den Grünen.

Foto: Carsten Rehder / dpa

Die Bildungsministerin hatte verfügt, dass an Schulen in Schleswig-Holstein keine gendersensible Sprache benutzt werden darf.

Kiel. Schleswig-Holsteins Grüne kritisieren einen Erlass von CDU-Bildungsministerin Karin Prien zu gendersensibler Sprache an Schulen. „Dass an Hochschulen mit dem * gegendert werden darf und auch viele Nachrichten mittlerweile mit : gegendert werden, unseren Schüler*innen aber genau dieses verboten werden soll, halte ich für völlig unlogisch“, sagte Grünen-Landeschefin Anna Tranziska. Es sei falsch, Kindern und Jugendlichen Fehler anzurechnen, wenn sie mit Genderstern oder Doppelpunkt arbeiten.

In dem Erlass heißt es, Genderstern, Binnen-I, Gender-Gap und Schrägstrich ohne Ergänzungsstrich seien nicht vom amtlichen Regelwerk gedeckt und sollen daher in schriftlichen Arbeiten als Fehler bewertet werden.

Gender-Verbot an Schulen - Grüne: Schüler*innen müssen die Wahl haben

Tranziska sagte: „Im Unterschied zur Ministerin trauen wir den Lehrer*innen zu, pädagogisch und angemessen mit dem Thema Diversität und geschlechtergerechter Sprache umzugehen.“ Statt dieser „Verbotspolitik“ wäre ein Angebot zur fachlichen Unterstützung, wenn es hierzu noch Fragen und Unklarheiten gibt, der angemessene Weg gewesen. Prien habe ohne Absprache mit dem Koalitionspartner über einen neuen Erlass entschieden. „Das hat uns besonders erstaunt, weil sie sich noch im Mai diesen Jahres gegen ein Verbot ausgesprochen hat.“

Schüler und Schülerinnen müssten die Wahl haben. „In einer Koalition, wo wir die Dinge sonst vernünftig miteinander diskutieren, ist ein solches Verhalten nicht üblich und wir vermuten, dass die Union hier auf dem Rücken unserer Schüler*innen Bundestagswahlkampf betreibt“, sagte Tranziska.

Prien verweist auf lange bestehende Rechtslage

Prien bezeichnete das Thema als unnötig politisch aufgeladen. Sie weise seit Monaten auf die geltende Rechtslage hin, die zuletzt vom Rat für deutsche Rechtschreibung bestätigt wurde. „Dass wir uns an den Schulen Schleswig-Holsteins an die Regeln des Rats für deutsche Rechtschreibung halten ist nun wirklich nicht neu.“

Seit 2006 gelten diese an den Schulen im Norden verbindlich. „Der entsprechende Erlass kam aus einem SPD-Ministerium in einer großen Koalition, das galt in der Küstenkoalition fort und das gilt auch jetzt in der Jamaika-Koalition.“

( dpa )