Tiny House

Im Mini-Haus leben? Hier kommt man auf den Geschmack

| Lesedauer: 4 Minuten
Lutz Kastendieck
Ein Tiny House auf Rädern: Andreas Sellhorn (l.) und Thorsten Ambauer von der Firma Die Traumwerker stellen ihre Modelle in Stormarn vor.

Ein Tiny House auf Rädern: Andreas Sellhorn (l.) und Thorsten Ambauer von der Firma Die Traumwerker stellen ihre Modelle in Stormarn vor.

Foto: Die Traumwerker

13 Aussteller zeigen bei der TinyÖkoBauMesse in Klein Wesenberg, was Tiny Houses so besonders macht – mit neuem Schwerpunkt.

Klein Wesenberg. Tiny Houses erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das „think big“ in Sachen Wohnen wird von immer mehr Menschen kritisch hinterfragt. Wie viel Platz zum Leben brauche ich wirklich? Und bedeutet Verzicht an dieser Stelle nicht sogar einen Gewinn an Lebensqualität und individueller Freiheit? Wer so tickt, sollte am kommenden Wochenende einen Trip nach Klein Wesenberg im Norden Stormarns planen. Dort gibt es am Sonnabend und Sonntag die 2. TinyÖkoBauMesse.

Schon die Premiere im vergangenen Jahr war ein voller Erfolg. „Fast 900 Besucher hatten den Weg zu uns gefunden. Und das, obwohl die Messe nur am Sonnabend stattfand“, sagt Andreas Sellhorn von der Firma Die Traumwerker, die die Messe erneut gemeinsam mit dem Seegrashandel aus dem benachbarten Westerau veranstaltet.

Tiny House in Stormarn zum Träumen und Wohlfühlen

Im Mittelpunkt steht auch diesmal das Thema ökologisches, nachhaltiges Bauen mit natürlichen Materialien wie Holz, Lehm und Seegras. Dazu haben die Organisatoren diesmal 13 Aussteller eingeladen, die eine große Bandbreite dessen repräsentieren, was innovatives, fortschrittliches und umweltbewusstes Bauen und Leben heute ausmacht.

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Etwa beim Zimmern von Tiny Houses. Bei den Traumwerkern ist der Name Programm. „Wir bauen Räume zum Träumen und Wohlfühlen“, sagt Thorsten Ambauer, Kompagnon von Sellhorn. Mit der Firma hätten sich beide aber zugleich selbst einen Lebenstraum erfüllt: Den Bau individueller, energiesparender und gemütlicher Minihäuser mit einem gesunden Raumklima.

Jedes Tiny House der Traumwerker ist ein Unikat

Häuser „von der Stange“ und in Serie produziert gibt es bei den Traumwerkern nicht. Jedes ihrer Tiny Houses ist praktisch ein Unikat mit maximaler persönlicher Note. „Der Kunde bestimmt bei uns das Aussehen, die Raumaufteilung, die Einbauten, die Art der Heizung und den Grad der Mobilität“, erklärt Ambauer.

Dabei kann der 52-Jährige jede Menge eigene Erfahrungen einbringen. Da die drei Kinder dem elterlichen Hausstand längst entwachsen sind, lebt er mit seiner Frau seit einigen Monaten selbst auf reduziertem Wohnraum. „Seitdem haben wir die Vorzüge eines minimalistischen Lebens schätzen gelernt und wohnen noch dazu nahezu autark“, berichtet Ambauer.

Tiny House: Vier verschiedene Typen sind zu sehen

Kennengelernt haben sich der gelernte Maurer, der später auch als Montageleiter für Wohncontainer und Bauwagen sowie als Karosserieschlosser gearbeitet hat, und Andreas Sellhorn 2018. Schnell war klar, dass den studierten Diplomgeologen, der später auch als Projektleiter und zehn Jahre als Programmierer tätig war, und Ambauer das große Faible für die Arbeit mit Holz verbindet. Nachdem sie gemeinsam ihr erstes Tiny House gezimmert hatten, gründeten sie am 1. März vergangenen Jahres ihre Firma Die Traumwerker.

In welcher Vielfalt Tiny Houses möglich sind, zeigen Sellhorn und Ambauer auf der Messe. Dort präsentieren sie vier verschiedene Typen in unterschiedlichen Fertigungsstadien. Den Wünschen ihrer Kunden sind im Grunde kaum Grenzen gesetzt. Es sei denn, das Tiny House soll auf eigenen Rädern bewegt werden. Dann nämlich darf es nicht breiter als 2,55 Meter sein.

Tiny House in Stormarn besichtigen und Folkmusik lauschen

Mit Winzigbauten aus Rickling/Schönmoor und PanHaus aus Hasenmoor werden sich am Wochenende weitere Anbieter präsentieren. Zudem sind mehrere Fachvorträge zu Tiny Houses geplant. Florian Graf von PanHaus spricht etwa über nachhaltigen Holzrahmenbau. Heike Helwig von Tiny House Bielefeld berichtet über die Gründung einer Interessensgemeinschaft für ein Tiny-House-Dorf und deren Erfahrung im Umgang mit Bauamt und Politik. Michaela Krause setzt sich mit CoHousing auseinander und wird erläutern, wie dieses Konzept für ein Wohnprojekt mit Tiny Houses funktionieren könnte.

Co-Organisator Seegrashandel wird die Besucher umfassend über die Vorteile des Dämmens mit Seegras informieren. Fürs leibliche Wohl sorgt Michael Klein, der beim „Hot Iron Cooking“ fleischlose, rein pflanzliche Burgerkreationen mit biologischen Zutaten offeriert. Abgerundet wird die Messe durch ein Konzert des Folkmusik-Trios Stella Luz, das virtuos eine musikalische Brücke vom Mittelalter in die Gegenwart schlägt.

TinyÖkoBauMesse Sa., 4.9., 10 bis 17 Uhr und So., 5.9., 10 bis 16 Uhr. Alte Gärtnerei Heideweg 17, Klein Wesenberg. Eintritt frei, Konzert 5 Euro. Mehr Infos auf www.tinyhouse.hamburg oder www.seegrashandel.de