Ostsee

Hotel in Glücksburg bietet Homeoffice mit Meerblick an

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Sophie Laufer
Sonne, Strand und Ostseewasser: der Blick aus dem Intermar Hotel Glücksburg auf die Förde

Sonne, Strand und Ostseewasser: der Blick aus dem Intermar Hotel Glücksburg auf die Förde

Foto: Intermar Glücksburg

Das Ehepaar Koeppen bietet Hotelzimmer in Glücksburg jetzt als Büros an – und will ein neues Restaurant eröffnen.

Glücksburg. Bereits in den vergangenen Wochen und Monaten hat das Ehepaar deshalb gemeinsam mit dem gesamten Team verschiedene Ideen entwickelt, um die Zeit des Lockdowns sinnvoll zu nutzen. Immer wieder kommen nun neue dazu.

Da ist zum einen der Lieferservice aus dem Restaurant Gudlak. Den gibt es bereits seit einigen Wochen, die Nachfrage steigt stetig. „Wir liefern mit unserem eigenen Wagen bis Flensburg und sind nun auch Lieferando angeschlossen,“ sagt Yvonne Koeppen. Besonders beliebt sei das Sushi.

Das Angebot hat aber vor allem einen Zweck: „Unser Ziel ist es nicht nur, im Gespräch zu bleiben, sondern auch unsere Bekanntheit in der Region zu vergrößern.“ Ganz neu im Angebot seien nun verschiedenen Bowls, Burger im asiatischen Stil und verschiedene kleine Vorspeisen.

Homeoffice im Hotel in Glücksburg

Auch in ihrem Restaurant Glückselig, ein Stück weiter die Küste entlang, gibt es seit einigen Wochen einen Außer-Haus-Service. „Im Glückselig haben wir uns ein anderes Konzept überlegt, damit dort auch etwas passiert“, sagt die Hamburgerin. Hier können verschiedenen Boxen vorbestellt und abgeholt werden, allerdings nur am Wochenende. Zudem müssen die Gerichte zu Hause noch erwärmt werden. Viele Menschen würden bei ihren Spaziergängen am Wochenende am Glückselig vorbeikommen. „Und dann ist es einfach schön, wenn sie auf dem Rückweg eine Box mit nach Hause nehmen können.“

Das jüngste Projekt des Ehepaares ist es, das leere Intermar Hotel, das die beiden betreiben, wieder mit Leben zu füllen. Unter dem Motto „Business unusual“ sollen verschiedene Angebote an Geschäftsleute gemacht werden. Zum einen gibt es da Ideen für längere Übernachtungsintervalle. Aber vor allem soll es künftig das Angebot geben, die Zimmer als Homeoffice zu nutzen.

„Wem die Decke nach vielen Wochen Homeoffice zu Hause auf den Kopf fällt, der hat hier eine Möglichkeit, konzentriert zu arbeiten – und das sogar mit direktem Blick auf die Förde.“ Dazu hatte das Ehepaar in den vergangenen Wochen zwei Baustellen zu beaufsichtigen.

Auch neues Restaurant ist geplant

Zum einen wurde direkt neben dem Restaurant Glückselig ein neuer Spielplatz gebaut. Der ist gerade fertig geworden und muss nun nur noch von den zuständigen Behörden abgenommen werden. „Direkt nebenan haben wir ja den kleinen Kiosk, der im Moment zumindest am Wochenende öffnen darf“, sagt Yvonne Koeppen. „So haben Eltern jetzt die Möglichkeit, mit einem Kaffee in der Hand den Kindern beim Spielen zuzusehen.“

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Die viel größere Baustelle liegt ein Stück weiter Richtung Flensburg. Das Restaurant Quellental direkt hinter dem Yachthafen von Glücksburg lässt das Ehepaar gerade restaurieren und sanieren. „Der Umbau geht gut voran“, sagt Yvonne Koeppen. Neben dem Restaurant soll auch die Parkanlage neu gestaltet werden. Dazu kommen Spielgeräte für die Kinder und ein Barfußweg. Allerdings hätten sie und ihr Mann bereits entschieden, die Eröffnung des Restaurants in das zweite Halbjahr zu verlegen. „Wir brauchen nicht noch ein geschlossenes Restaurant“, sagt sie.

Trotz all dieser Widrigkeiten sind die Koppens nach wie vor optimistisch. „Uns geht es verhältnismäßig gut“, sagt Yvonne Koeppen. Schließlich hätten sie das Glück, nicht allein von den Einnahmen der Restaurants und Hotels leben zu müssen. Christoph Koeppen hat mehrere Unternehmen in der Solarbranche gegründet und leitet heute als Anteilseigner und Vorstandsvorsitzender die Firma Enerparc, die auf die Entwicklung, den Bau und Betrieb großer Fotovoltaikanlagen spezialisiert ist.

Das Team aus den vier Häusern ist nach wie vor komplett

Seine Frau ist Marketingexpertin, hat bei verschiedenen Verlagen gearbeitet. Das Wichtigste für die beiden: Das Team aus den vier Häusern ist nach wie vor komplett. „Wir haben nicht einen Mitarbeiter verloren, und das ist ein großes Geschenk.“

Die wichtigsten Corona-Themen im Überblick

Allerdings würden sich die Kollegen nun schon seit Wochen und Monaten in Kurzarbeit befinden. „Und das ist natürlich keine wirklich befriedigende Situation.“ Die geschlossenen Läden würden langsam bei allen ein wenig auf die Stimmung schlagen. „Es ist nicht schön, die geschlossenen Restaurants und Lodges sehen zu müssen“, sagt Yvonne Koeppen.

Zurzeit würden laut den Beschlüssen Modellregionen gesucht, in denen unter strengen Auflagen versuchsweise wieder Öffnungen stattfinden können. „Dafür würden wir gerne bereitstehen.“ So gebe es vielleicht ja doch schon bald eine Chance auf eine Wiedereröffnung.