Schleswig-Holstein

Kostenlose Corona-Tests für Lehrer und Erzieher

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Matthias Popien
Zweimal pro Woche sollen bis Ostern Tests angeboten werden.

Zweimal pro Woche sollen bis Ostern Tests angeboten werden.

Foto: Anikka Bauer

Schleswig-Holstein plant „Testregime“ bis Ostern. Am kommenden Montag öffnen viele Kitas und Grundschulen.

Kiel. Am kommenden Montag öffnen in weiten Teilen Schleswig-Holsteins wieder die Kindergärten und Grundschulen. Nur in den Kreisen Pinneberg und Herzogtum Lauenburg sowie in den Städten Flensburg und Lübeck gibt es wegen vieler Corona-Fälle Sonderregelungen. Betreuer und Lehrer in Kitas und Grundschulen sollen nun erstmals kostenlose Schnelltests bekommen.

Die Einzelheiten dieser weiteren Corona-Schutzmaßnahme waren zunächst noch unklar. Die Bildungsministerin Karin Prien (CDU) sprach von einem „Testregime“, für das nun Vorschläge erarbeitet würden. „Bei der behutsamen Öffnung der Kitas ist der Landesregierung der Schutz der Mitarbeitenden sehr wichtig“, sagte sie.

Angst in den Kindertagesstätten

Es gehe darum, dass sich „die für Betreuung und Beschulung der Kinder so wichtigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig, anlassunabhängig und für sie kostenfrei testen lassen können“. Zweimal pro Woche sollten bis Ostern kostenlose Corona-Testungen angeboten werden. Dies gelte auch für die Horte, die offene Ganztagsschule und die Kindertagespflege. „Dafür sollen Mittel von etwa 17 Millionen Euro veranschlagt werden“, sagte Prien. Ob dieses Angebot nach Ostern fortgesetzt wird, ist derzeit unbekannt.

Corona: Diese Testverfahren gibt es

  • PCR-Test: Weist das Virus direkt nach, muss im Labor bearbeitet werden – hat die höchste Genauigkeit aller Testmethoden, ist aber auch die aufwendigste
  • PCR-Schnelltest: Vereinfachtes Verfahren, das ohne Labor auskommt – gilt als weniger zuverlässig als das Laborverfahren
  • Antigen-Test: weniger genau als PCR-(Schnell)Tests, dafür zumeist schneller und günstiger. Laut RKI muss ein positives Testergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden, ein negatives Ergebnis schließt eine Infektion nicht aus, insbesondere, wenn die Viruskonzentration noch gering ist.
  • Antigen-Selbsttest: Die einfachste Test-Variante zum Nachweis einer Infektion mit dem Coronavirus. Wird nicht von geschultem Personal, sondern vom Getesteten selbst angewandt. Gilt als vergleichsweise ungenau.
  • Antikörper-Test: Weist keine akute, sondern eine überstandene Infektion nach – kann erst mehrere Wochen nach einer Erkrankung sinnvoll angewandt werden
  • Insgesamt stellt ein negatives Testergebnis immer eine Momentaufnahme dar und trifft keine Aussagen über die Zukunft

In den Kindertagesstätten geht derweil die Angst um. Jedenfalls ist das der Eindruck, den eine Umfrage der Gewerkschaft GEW bei deren Landesvorsitzenden Katja Coordes hinterlassen hat.
„85 Prozent der Erzieherinnen und sozialpädagogischen Assistentinnen sorgen sich um ihre Gesundheit, weil die Politik keine effektiven Schutzmaßnahmen geschaffen hat. Vor diesem Hintergrund ist es verantwortungslos, die Kitas ab Montag mit voller Besetzung in den Regelbetrieb zu schicken“, sagte sie.

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464 Erzieherinnen und sozialpädagogische Assistentinnen hatten an der Umfrage teilgenommen. Coordes erneuerte die GEW-Forderung nach einem Start mit halbierten Gruppen: „Wir brauchen endlich einen Maßnahmenplan, der an die örtlichen Inzidenzwerte gekoppelt ist.“