Werftenkrise

Kieler Werft German Naval Yards baut 134 Stellen ab

Die gigantische Segelyacht "Sailing Yacht A" liegt September im Dock in der Kiel Werft German Naval Yards. Als Auftraggeber galt der russische Milliardär Andrej Melnitschenko.

Die gigantische Segelyacht "Sailing Yacht A" liegt September im Dock in der Kiel Werft German Naval Yards. Als Auftraggeber galt der russische Milliardär Andrej Melnitschenko.

Foto: picture alliance

Grund sei die wirtschaftliche Situation der deutschen Werften insgesamt. Aber auch die Pandemie spielt eine Rolle.

Kiel. Die Kieler Werft German Naval Yards will sich von gut einem Viertel ihres Personals trennen. 134 der rund 500 Mitarbeiter sollen in eine Transfergesellschaft wechseln, wie die Werft am Montag mitteilte.

Alle Betroffenen erhielten eine Abfindung, hieß es. Mehr als 40 von ihnen sollen zudem ein Angebot für den Übergang zur Rente erhalten. Geschäftsführung, Betriebsrat und Gewerkschaft hätten sich auf einen Sozialtarifvertrag verständigt. Teil der Vereinbarung seien ein verbindlicher dreijähriger Investitionsplan und ein Weiterbildungspaket.

Corona-Pandemie: Situation der Werften deutlich verschlechtert

Als Grund für den Personalabbau gab das Unternehmen die wirtschaftliche Situation der deutschen Werften insgesamt an, die sich durch die Corona-Pandemie deutlich verschlechtert habe. Diese Entwicklung sei auch an der Kieler Werft nicht spurlos vorübergegangen.

„Diese Pandemie hat uns aufgezeigt, wo wir Schwächen haben - aber auch, wo unsere Chancen für einen erfolgreichen Weg nach dem Ende dieser schwierigen Zeit liegen“, sagte Geschäftsführer Jörg Herwig. „Wir müssen uns auf unsere Schlüsselfähigkeiten konzentrieren, Partnerschaften schmieden, Kompetenzen bündeln und bestimmte Aufgaben auf externe Anbieter auslagern.“

Kieler Werft baute Mega-Yachten für russischen Milliardär

Der Betriebsrats-Vorsitzende Ramon Santorum sagte, „die Zustimmung ist uns nicht leichtgefallen“. In den Gesprächen seien echte Verbesserungen gegenüber den ursprünglichen Plänen erreicht worden. Nach Angaben der Werft sollen Mitarbeiter, die in die Transfergesellschaft wechseln, ein Rückkehrrecht für den Fall eines Großauftrags während dieser Zeit erhalten. Die Betroffenen sollen acht bis zwölf Monate in der Transfergesellschaft bleiben.

In der Werft German Naval Yards wurden in der Vergangenheit auch Mega-Yachten wie das "Projekt 787", später umbenannt in "Sailing Yacht A", des russischen Milliardärs Andrej Melnitschenko gebaut.

( dpa )