Serie zu Nord- und Ostsee

Der perfekte Tag in Eckernförde – die Bunte Kammer erkunden

Der Hafen von Eckernförde ist sehr ursprünglich, viele Fischer bieten ihren Fang vom Kutter an.

Der Hafen von Eckernförde ist sehr ursprünglich, viele Fischer bieten ihren Fang vom Kutter an.

Foto: Imago

Die malerische Stadt ist vom Wasser eingerahmt. Warum viele Erstbesucher von der Stadt an der Ostsee überrascht sind.

Hamburg. Die Eckernförder Bucht ist der ideale Erholungsort für Familien, Camper und Hundefans. Weit ins Landesinnere gezogen, bietet der zentral gelegene Familienstrand (so der offizielle Name) ruhige, sichere Schwimm- und Badefreuden – und das sogar barrierefrei. Man könnte Eckernförde als etwas uncool bezeichnen, dafür ist es aber überall freundlich-gesellig und auch nicht so überteuert wie andere Urlaubsziele am Meer.

Der perfekte Tag in Eckernförde

Schneeweißer Sand und dicht begrünte Hügel in unmittelbarer Strandnähe verleihen der Eckernförder Bucht die Anmutung eines nördlichen Mallorca. Die hübsche, stellenweise malerische Stadt ist vom Wasser eingerahmt: Sie liegt zwischen Meer und dem Binnensee Windebyer Noor, der leicht umwandert werden kann.

Vielen Erstbesuchern geht es so: Derart schön hatten sie sich das rund 700 Jahre alte Eckernförde gar nicht vorgestellt. Und langweilig wird’s hier auch nicht so schnell, dafür sorgen unter anderem Meerwasser-Wellenbad und Ostsee-Infocenter.

Eckernförde: Der Strandspaziergang

Die Vielfältigkeit der Eckernförder Bucht erschließt sich gut bei einem Strandspaziergang vom Ortskern nach Süden. Denn je weiter man sich vom Zentrum entfernt, desto weiter öffnet sich die Bucht, und nach einer Weile erschließt sich der Weitblick übers Meer, der in Hafennähe fehlt. Wer sich einen anderthalb- bis zweistündigen Fußmarsch zutraut, der kann dabei nicht nur mehrere Strände kennenlernen, sondern auch zwei Steilküsten.

Entlang der Steilküste Altenhof geht es zur ungewöhnlich schönen Aschauer Lagune, wo sich ein Zwischenstopp anbietet. Weiter an den Strandabschnitten Noer und Jellenbek bis zur Steilküste Schwedeneck­. In umgekehrter Richtung lässt sich der Spaziergang mit einem zünftigen Essen an den offiziellen Grillplätzen des Südstrands abschließen.

Eckernförde: Kulturerlebnis

Unbedingt gesehen haben muss man die sogenannte Bunte Kammer im Herrenhaus von Gut Ludwigsburg. Die Anlage liegt rund zehn Kilometer nordöstlich von Eckernförde und geht – immer noch deutlich erkennbar – aus einer mittel­alterlichen Wasserburg hervor. Im Gegensatz­ zu anderen Gutshöfen kann man sich hier als Besucher frei bewegen und nach Voranmeldung auch Teile des Hauses besichtigen.

Die Bunte Kammer ist ein Raum, dessen Wände mit 145 kleinen Bildern, Emblemen und Sinnsprüchen aus dem 17. Jahrhundert ausgemalt sind. Ein solcher vollständig erhaltener Raum ist höchst selten und in dieser Form in Schleswig-Holstein einmalig. Nebenan gibt es ein schönes Hofcafé mit hausgemachtem Kuchen.


Eckernförde: Das perfekte Essen

Ein Besuch in der Eckernförder Bucht ohne zünftiges Fischessen – das geht eigentlich gar nicht. Ideal für den kleinen Hunger ist FischZeit, ein gepflegtes Bis­tro, das sich als „Fischbrötchen-Manu­faktur“ versteht. Es liegt an der Kieler Straße, direkt beim Eckernförder Fischmarkt. Zu den Spezialitäten gehören Krabbenbrötchen mit selbst gemachter Knoblauchsauce, Lachsrollen und Aalrauchmatjes.

Wer’s nicht so deftig mag, findet hier auch leichtere Kost wie Algensalat. Nicht nur für Fischfans geeignet ist das „Treib-Gut“ von Elisa und Torsten Behnke beim Südstrand. Das schöne Reetdachhaus mit Blick über die Eckernförder Bucht bietet unter anderem Burger vom Highlandrind, hausgebackene Brötchen und leckere Suppen.

Beim Essen kann man an den vorderen Tischen sogar die Füße in den Sand stecken. Übrigens: Die Eckernförder reklamieren für sich, dass sie es waren, die einst die Kieler Sprotten erfunden haben. Der geräucherte Fisch wurde nämlich einst lediglich ab Kiel in die Welt verschickt, und die Kieler Post stempelte ihren Namen auf alle Kisten.

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Eckernförde: Sport (besonderes Erlebnis)

Wem es am Familienstrand zu gemütlich ist, der kann sich am Schwedeneck austoben. Dieser Strand gilt als naturbelassenster weit und breit. Am Schwedeneck steht der Sport im Vordergrund: Er ist ein Eldorado für Wind- und Kitesurfer. Eine vorgelagerte Sandbank bietet ideale und sichere Schulungsbedingungen auch für Kinder und Anfänger bei jeder Windrichtung.

Wem das zu anstrengend ist, kann Stand-up-Paddling (SUP) praktizieren oder einfach sein Zelt aufschlagen und dösen. Hunde sind hier – wie so ziemlich überall – willkommen. Mit dem Auto liegt der Strand rund 20 Minuten vom Eckernförder Ortszentrum entfernt.

Übernachtung

Ferienwohnungen und Hotels mit Wasserblick gibt es an der Ostsee bekanntlich in Hülle und Fülle. Warum nicht mal etwas anderes ausprobieren? Wer schon immer mal einen zünftigen Camping­urlaub kennenlernen wollte, findet in Eckernförde die perfekten Voraussetzungen. Es gibt zahlreiche herrlich gelegene Campingplätze, zum Beispiel neben dem Hemmelmarker See, sowie die Campingplätze Lindhöft oder Schwedeneck (Grönwohld). Einfach mal ein Wohnmobil leihen und hinfahren. Oder man macht zünftigen Urlaub auf einem der vielen Gutshöfe. Neben dem Gut Hemmelmark sind beispielsweise einige Instenhäuser zu mieten, auch auf dem Gut Ludwigsburg gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Wer morgens aufwacht, kann sich – jedenfalls für ein paar Augenblicke – wirklich begütert fühlen.

Das neue Magazin

Nach dem Erfolg im Sommer bringt das Abendblatt die zweite Ausgabe des Magazins „Nord? Ost? See!“ für Urlaub und Ausflüge an den Küsten im Norden – unter anderem mit den „Perfekten Tagen ...“ – in den Handel. Das 108-seitige Magazin kostet 9 Euro (Treuepreis 7 Euro) und erscheint am 1. Oktober. Vorbestellungen unter abendblatt.de/magazine und Telefon unter 040/333 66 999 (Mo–Fr 8–18 Uhr).