Schleswig-Holstein

Junge Mutter erwürgt - zwölf Jahre Haft für Angeklagten

Justizbeamte stehen im Gerichtssaal im Landgericht. In Kiel geht der Prozess wegen Totschlags einer 28 Jahre alten Mutter in einem Rendsburger Hotelzimmer zu Ende.

Justizbeamte stehen im Gerichtssaal im Landgericht. In Kiel geht der Prozess wegen Totschlags einer 28 Jahre alten Mutter in einem Rendsburger Hotelzimmer zu Ende.

Foto: Christian Charisius/dpa

Prozess am Kieler Landgericht: Mann erwürgt Ex-Lebensgefährtin im Streit um gemeinsamen Sohn. Baby lag neben der Toten.

Rendsburg/Kiel. Für den gewaltsamen Tod einer jungen Mutter in einem Rendsburger Hotel muss ihr 25-jähriger Ex-Lebensgefährte zwölf Jahre ins Gefängnis. Das Kieler Landgericht sprach ihn am Mittwoch des Totschlags schuldig. Demnach erwürgte der aus Tunesien stammende Mann die Mutter des gemeinsamen kleinen Sohnes nach einem Streit um das Kind. Die Frau starb in der Nacht vom 12. auf den 13. Februar in Hotelzimmer Nummer 26. Das Zimmer war blutverschmiert. Das Kind blieb unversehrt.

Das Opfer hatte sich vor der Tat endgültig von dem Angeklagten getrennt. Ein Gutachter beschrieb ihn als aggressiv, eifersüchtig und gewalttätig. Die 28-Jährige hatte deswegen gegen den Mann eine Gewaltschutzanordnung erwirkt und das Sorgerecht für das Kind. Der 25-Jährige ist auch in Schweden einschlägig vorbestraft.

Verteidiger plädierte auf Körperverletzung mit Todesfolge

Das Gericht folgte mit dem Urteil weitgehend dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Anklägerin und Nebenklagevertreter hatten wegen Totschlags über 13 Jahre Haft gefordert. Der Verteidiger plädierte auf Körperverletzung mit Todesfolge und beantragte ein Strafmaß im niedrigeren einstelligen Bereich.

Der Angeklagte hatte das Verbrechen zu Prozessbeginn gestanden. In seinem Schlusswort bat er die Mutter des Opfers um Entschuldigung und äußerte die Hoffnung, nach einer langen Gefängnisstrafe seinen Sohn wiedersehen zu dürfen.

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