Kiel

Frachter-Havarie: Verdacht auf menschliches Versagen

Der Frachter "Else" war am Sonnabend mit dem Nordtor der Schleuse in Holtenau kollidiert.

Der Frachter "Else" war am Sonnabend mit dem Nordtor der Schleuse in Holtenau kollidiert.

Foto: Axel Heimken/dpa

Die "Else" war Ende August gegen ein Tor der Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal gekracht. Gegen den Schiffsführer wird ermittelt.

Kiel. Nach der Havarie eines Frachters in der Kieler Schleuse zum Nord-Ostsee-Kanal haben die Ermittler den Verdacht, das menschliches Versagen den Unfall ausgelöst hat. Es könne jedoch nicht gänzlich ausgeschlossen werden, dass technische Probleme eine Rolle bei der Havarie am 29. August spielten, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Es stehe noch ein Gutachten in dem Fall aus.

Der unter der Flagge Panamas fahrende 88 Meter lange Frachter „Else“ war Ende August auf dem Weg von Litauen nach Frankreich gegen ein geschlossenes Tor der Nord-Schleuse gekracht. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau bezifferte den Schaden auf zwei Millionen Euro. Die Mannschaft des Schiffs berief sich anschließend auf technisches Versagen. Das Schiff hatte Ammoniumnitrat geladen, das für die Herstellung von Düngemitteln verwendet wird.

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Nach der Havarie wurde das Schleusentor ersetzt

Die „Else“ durfte noch am Dienstag ihre Reise in Richtung Frankreich fortsetzen. Nach Polizeiangaben verläuft ihr Kurs aber über den Skagerrak und nicht durch den Nord-Ostsee-Kanal wie ursprünglich geplant. Nach der Havarie war dem Schiff zwischenzeitlich die Weiterfahrt untersagt worden. Gegen den verantwortlichen Schiffsführer wird wegen Verdachts der Schifffahrts-Gefährdung ermittelt.

Das bei der Havarie beschädigte Schleusentor wurde ersetzt. Seit Freitag sind bereits wieder beide große Schleusenkammern in Betrieb.