Oberleitungschaden

Bahnstrecke Hamburg–Lübeck nach fast 48 Stunden endlich frei

Eine liegengebliebene Regionalbahn (r.) steht in Delingsdorf bei Ahrensburg auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck, während Passagiere über ein Trittbrett in eine Ersatzbahn umsteigen.

Eine liegengebliebene Regionalbahn (r.) steht in Delingsdorf bei Ahrensburg auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck, während Passagiere über ein Trittbrett in eine Ersatzbahn umsteigen.

Foto: BpoliKI/dpa

Auch am Sonntag war zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe nur ein Gleis befahrbar. Tags zuvor waren dort zwei Züge liegen geblieben.

Bargteheide. Nach fast 48 Stunden ist die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Lübeck wieder zweigleisig befahrbar. Die Züge fahren seit Betriebsbeginn am frühen Montagmorgen wieder regulär, bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Grund für die gravierende Panne war ein Oberleitungschaden. Wegen der anschließenden Reparaturarbeiten war die Strecke bis zum Sonntagabend nur eingleisig befahrbar.

Am Sonnabend waren zwei Regionalzüge bei Bargteheide liegen geblieben. Ein Zug sei gegen 10.40 Uhr mit dem Stromabnehmer in der Oberleitung hängen geblieben, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Nur 20 Minuten nach dem ersten Vorfall kam ein zweiter Zug in etwa drei Kilometer Entfernung bei Delingsdorf auf die gleiche Weise zum Stehen.

Busse fahren zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe

Erst nach fast zehn Stunden konnte ein Gleis für den Zugverkehr wieder freigeben werden. Trotz nächtlicher Reparaturarbeiten dauerte es am Ende fast 48 Stunden, bis wieder zwei Gleise befahrbar waren.

Wegen der eingleisigen Sperrung pendelten die Züge der Linie RB 81 nur zwischen Hamburg und Ahrensburg. Zwischen Ahrensburg und Bad Oldesloe fuhren Busse. Zudem hielt der Regionalexpress (RE8) zusätzlich in Bargteheide und Ahrensburg.

Beide Züge der Deutschen Bahn wurden evakuiert

Von dem Vorfall am Sonnabend betroffen waren eine Regionalbahn 81 sowie ein Regionalexpress 8, beide Züge wurden evakuiert. Rund 500 Fahrgäste aus dem Regionalexpress in Richtung Hamburg seien über eine Übergangsbrücke in einen Ersatzzug umgestiegen.

Aus dem anderen Zug in Richtung Lübeck seien die 51 Passagiere zu Fuß zum Bahnhof Bargteheide gegangen. Die Deutsche Bahn habe Busse eingesetzt. Es sei niemand verletzt worden, sagte der Polizeisprecher. Die genaue Ursache des Vorfalls war am Sonntag noch unklar.

Auch der Fernverkehr war von dem Schaden an der Oberleitung betroffen: So kam es in beiden Richtungen zu mehreren Zugausfällen auf der Strecke zwischen Hamburg und Kiel.

Elmshorn-Neumünster: Weitere Bahnpanne

Ein dritter Zug blieb auf der Strecke Elmshorn-Neumünster stehen. Ein Lokführer habe eine Plane in der Oberleitung bei Wrist entdeckt, sagte der Bahnsprecher. Die Strecke war für etwa anderthalb Stunden gesperrt. Mehrere Nah- und Fernzüge hätten sich verspätet oder seien ausgefallen, hieß es.