Projekt

Streit um den neuen Skaterpark auf Sylt

So soll der Skatepark auf Sylt einmal aussehen

So soll der Skatepark auf Sylt einmal aussehen

Foto: Skateboarding Sylt e.V

Anwohner in Westerland fühlen sich übergangen und fürchten um ihre Wohnqualität. Sie wollen an Planungen beteiligt werden.

Westerland.  Um den geplanten Skaterpark auf Sylt gibt es Ärger: Anwohner fühlen sich von der Gemeinde übergangen und kritisieren das Projekt als überdimensioniert. Vor allem die Nachbarn sorgen sich um Lärm und fürchten um den Dünenblick.

„Wir wohnen keine 100 Meter von der möglichen Skateranlage entfernt und sind sehr unzufrieden“, sagt Anwohner Andreas Dobrzinski. Wie berichtet, soll auf mehr als 23.000 Quadratmetern das bisherige Sylt-Stadion in Westerland zum Multipark umgebaut werden und so weitere Touristen anziehen. Kosten: mehr als zwei Millionen Euro. Zwischen Dünen und Zentrum sollen Basketball-, Fußball- und Beachvolleyballplätze sowie Kletter- und Gleichgewichtsparcours entstehen. Den Anfang macht der neue Skaterpark. Nach seiner Fertigstellung könnte er eine der größten Rollsportanlagen in Deutschland sein.

Anwohner sorgen sich um Lärm

Und genau um diesen Skaterpark gibt es Ärger. „Die ersten Planungen sahen vor, dass die Skateranlage mehr als 100 Meter von den benachbarten Grundstücken entfernt sein soll. Nun rückt sie auf wenige Meter an unsere Häuser heran“, so Dobrzinski. Die Skateranlage werde immer größer geplant. „Das ist so typisch für Sylt. Man plant klein, und dann wird es gigantisch.“ Der Allgemeinmediziner vermisst die öffentliche Beteiligung an den Planungen und ein Mitspracherecht. „Wir haben vor zwei Jahren einen Brief an die Gemeinde geschrieben und um Beteiligung gebeten.“ Darauf sei bislang niemand eingegangen.

Das Konzept des Multiparks sieht unter anderem vor, frei zugänglich zu sein. „Wir sorgen uns um zusätzlichen Lärm, auch nachts.“ Zwar schließt das Lärmprognosegutachten des Multiparks eine nächtliche Nutzung aus, „aber wer will das denn kontrollieren?“, fragt sich Dobrzinski, der sich von der Gemeinde im Stich gelassen fühlt. In der Interessengemeinschaft Anlieger, die anwaltlich vertreten wird, beteiligen sich derzeit rund 60 Leute. Sie fürchten neben einer möglichen Lärmbelästigung auch die Verschandelung des Stadtbildes durch die Skateranlage. „Da wird direkt an den Dünen tonnenweise Beton aufgeschüttet und eine 5,50 Meter hohe und 60 Meter lange Lärmschutzwand gebaut.“ Die Interessengemeinschaft fordert, an den Planungen beteiligt zu werden oder den Skaterpark in die bereits bestehende Sportanlage in Tinnum zu integrieren.

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Auch der Verein Sylter Unternehmer sieht den derzeitig geplanten Standort kritisch und macht sich für den Standort Tinnum stark. Vereinsvorsitzender Karl Max Hellner fordert, wenigstens den geplanten Rollsportpark an das Sportzen­trum Sylt-Ost an der Keitumer Landstraße zu verlegen. „In Tinnum gibt es ein Sportzentrum, das von dem Angebot enorm profitieren würde: Schon jetzt gibt es dort eine Sporthalle, einen Kunstrasenplatz und eine Rennstrecke für Motocrossfahrer.“ Der Lärm, der von einem Skatepark ausgehe, würde dort nicht stören, weil es keine Bebauung gibt.