Wattenmeer

Führen Saugwürmer und Hitze zu Muschel-Sterben im Norden?

Herzmuscheln, vermengt mit Algen und Seetang liegen am Strand. Im nordfriesischen Wattenmeer sind die Muscheln massenhaft gestorben.

Herzmuscheln, vermengt mit Algen und Seetang liegen am Strand. Im nordfriesischen Wattenmeer sind die Muscheln massenhaft gestorben.

Foto: Ingo Wagner/dpa

Wissenschaftler und Naturschützer gehen dem Phänomen des Muschel-Sterbens nach – und gewinnen erste Erkenntnisse.

Tönning. Der massenhafte Tod von Herzmuscheln im nordfriesischen Wattenmeer beschäftigt zurzeit Wissenschaftler und Naturschützer. „Die ersten Informationen zum Muschel-Sterben kamen letzte Woche – unter anderem aus Sankt Peter Ording, Süderoog und Pellworm“, wie Ulrike Schückel von der Nationalparkverwaltung in Tönning am Dienstag sagte.

Muschel-Sterben wegen Saugwurm plus Hitze

„Ein ähnliches Phänomen gab es 2019 in Dithmarschen“, erklärte die Meeresbiologin. Damals entdeckten Wissenschaftler einen mikroskopisch kleinen Saugwurm im Fuß der Herzmuschel. „In Verbindung mit heißem Wetter war er unter Umständen für das Herzmuschel-Sterben verantwortlich.“ Da die Experten ein einmaliges Ereignis vermuteten, sei es 2019 nicht weiter analysiert worden.

„Jetzt tritt es wieder auf, und wir gucken es uns genauer an.“ Derzeit würden in verschieden Gebieten Proben entnommen. Ob andere Muscheln ebenfalls betroffen seien, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen. Die „Husumer Nachrichten“ hatten zuvor darüber berichtet.

An der niedersächsischen Küste wurde das Muschel-Sterben bisher nur an einer Stelle beobachtet. „Wir haben bislang nur Meldungen aus dem Cuxhavener Bereich“, sagte der Biologe Gregor Scheiffarth von der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer in Wilhelmshaven.