Bad Bramstedt

Geldautomaten-Sprengung und Verfolgungsjagd: Duo in U-Haft

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Der völlig zerstörte Geldautomat im Kassenraum der Bank.

Der völlig zerstörte Geldautomat im Kassenraum der Bank.

Foto: Daniel Friederichs

Einen Tag nach der spektakulären Flucht über die A7 sind zwei mutmaßliche Automaten-Knacker ins Gefängnis gewandert. Bande am Werk?

Kiel/Bad Bramstedt. Wegen der Sprengung eines Geldautomaten in Bad Bramstedt sitzen die beiden mutmaßlichen Täter im Gefängnis. Das Amtsgericht Kiel ordnete am Donnerstag Untersuchungshaft an, wie das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft mitteilten. Den Niederländern im Alter von 22 und 26 Jahren werde das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit schwerem Bandendiebstahl vorgeworfen.

Zudem gehe es um weitere erhebliche Straftaten während der Flucht über die Autobahn. Die Männer sollen eine Polizeisperre durchbrochen und auf der A7 entgegen der Fahrtrichtung gefahren sein. Damit hätten sie Polizeibeamte und weitere Verkehrsteilnehmer erheblich gefährdet, hieß es.

Polizist schießt auf der A7 auf Fluchtauto

In Höhe Norderstedt verließen die Täter die Autobahn und durchbrachen die Polizeisperre, indem sie auf den quer auf der Fahrbahn stehenden Streifenwagen und die daneben postierten Beamten zurasten. Die Polizeibeamten konnten im letzten Moment ausweichen. Einer gab anschließend mehrere Schüsse auf das Fahrzeug ab. Verletzt wurde niemand.

Nach einer knapp einstündigen Verfolgungsjagd wurden die Männer in Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) vorläufig festgenommen. Sie sollen gegen 3.45 Uhr am Mittwochmorgen in Bad Bramstedt mit einem Gasgemisch den Geldautomaten einer Bank gesprengt haben. In ihrem Auto stellten Beamte mehrere Geldkassetten mit der Beute sicher.

Niederländische Bande am Werk?

Nach dieser erneuten Sprengung eines Geldautomaten der Commerzbank in Schleswig-Holstein prüft das Landeskriminalamt, ob eine Bande am Werk war, die bereits am 28. Mai in Elmshorn und am 16. Juni in Kaltenkirchen zugeschlagen hat.

Bereits bei der Tat in Elmshorn waren zwei Niederländer nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei in Rellingen festgenommen worden, sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Einem dritten Komplizen gelang die Flucht.

Nun wird ermittelt, ob er einer der beiden in der Nacht Festgenommenen ist. Gegen sie wird wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in Tateinheit mit schwerem Bandendiebstahl, wegen eines versuchten Tötungsdelikts zum Nachteil der Polizisten und diverser Straßenverkehrsgefährdungsdelikte ermittelt.

( dpa/HA )