Nordsee

Sylt: Mann vererbt Gemeinde sein Haus und stellt Bedingungen

Ein Mann hat der Gemeinde Sylt ein Haus vererbt, das Testament aber an Bedingungen geknüpft.

Ein Mann hat der Gemeinde Sylt ein Haus vererbt, das Testament aber an Bedingungen geknüpft.

Foto: imago images / imagebroker

Kurioser Fall: In dem Gebäude sollen Geflüchtete unterkommen. Was der Bürgermeister der Gemeinde Sylt sagt.

Westerland. Ein 64 Jahre alter Mann aus Westerland hat sein Haus der Gemeinde Sylt vererbt und das Testament offenbar an einige Bedingungen geknüpft. Wie die "Sylter Rundschau" berichtete, soll der letzte Wille des Mannes unter anderem gewesen sein, dass das Einfamilienhaus eine Flüchtlingsunterkunft werden soll. Zudem soll das 140 Quadratmeter große Gebäude nicht an einen einzelnen Sylter übergeben werden.

Bürgermeister Nikolas Häckel bestätigte, dass die Gemeinde das Haus nach dem Tod des Mannes im Mai 2019 geerbt hat. Laut Medienberichten soll der Mann die Schlüssel zum Haus vor seinem Tod im Rathaus eingeworfen haben. Anschließend soll er sich das Leben genommen haben. Das Nachlassgericht hatte die Gemeinde später über das Erbe informiert.

Gemeinde Sylt will Haus nicht veräußern

"Der Mann hatte keine persönlichen Angehörigen mehr", sagte Nikolas Häckel dem Abendblatt am Freitag. Die Gemeinde kam für Beerdigungskosten auf und pflegt das Grab, so wie es sich auch der Verstorbene gewünscht hat. Zum Inhalt des Testaments selbst äußert sich Häckel nicht. "Das sind nicht öffentliche Dokumente."

Auf Beschluss der Gemeindevertretung ist das Haus dem kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) übergeben worden, einem Eigenbetrieb der Gemeinde Sylt. "Wir müssen nun klären, für welche Nutzung das Gebäude geeignet ist", sagt Häckel. Klar ist, es soll nicht veräußert und als Wohnhaus genutzt werden. Auch eine Sanierung ist laut Nikolas Häckel notwendig.

Ob in dem Haus Flüchtlinge untergebracht werden, ist unklar. Aktuell sind alle 108 der Gemeinde Sylt zugewiesenen Geflüchteten untergebracht. Ob es der Wille des Verstorbenen ist, Flüchtlinge in dem Haus unterzubringen, bestätigt Bürgermeister Häckel nicht. Nur so viel: "Grundsätzlich sind wir an den Willen des Erblassers gebunden."

( ade )