Corona-Krise

Lieferdienste für Schleswig-Holsteins Regierungschef

Daniel Günther (CDU) ist Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Daniel Günther (CDU) ist Ministerpräsident von Schleswig-Holstein.

Foto: Carsten Rehder/dpa

Er bestellt Essen für Mitarbeiter und bringt seine Kinder öfter ins Bett. So hat sich Daniel Günthers Leben durch Corona geändert.

Hamburg. Die Corona-Pandemie hat auch das Arbeits- und Privatleben des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther gravierend verändert. „Das war bei mir nicht anders als bei so vielen anderen Menschen auch“, sagte der CDU-Politiker. Allerdings ging Günther nicht ins Homeoffice. „Normalerweise besteht mein Arbeitsalltag zum geringeren Teil darin, im Büro zu sitzen.“

Nun sei er wochenlang nur noch im Büro gewesen – weil es so gut wie keine realen Termine außerhalb mehr gab. „Ich bin morgens von Eckernförde ins Büro nach Kiel gefahren und abends wieder von dort zurück.“ Vom 12. März bis Mitte Mai sei er gar nicht aus Schleswig-Holstein herausgekommen.

Daniel Günther ließ Essen für sein Team liefern

„Weniger Außentermine hieß aber auch, öfter früher zu Hause zu sein“, sagte Günther. „Ich habe meine Kinder deutlich öfter ins Bett gebracht als sonst und dann habe ich noch von zu Hause viel telefoniert.“ Insofern sei die Belastung für seine Frau trotzdem groß gewesen. Die Kinderärztin ist derzeit zur Betreuung der beiden Töchter im Alter von einem und vier Jahren in Elternzeit.

Die Familie habe seine längere Präsenz zu Hause ausgehalten, sagte Günther mit Augenzwinkern. „Die Vierjährige weiß übrigens schon, was es mit Covid-19 auf sich hat.“ Für die einjährige Tochter seien die Corona-Einschränkungen noch völlig irrelevant. „Hauptsache, Mama ist da, und dass Papa öfter zu Hause ist, nimmt sie wohl auch irgendwie wahr.“

In der ansonsten wochenlang nahezu verwaisten Staatskanzlei führten die Corona-Umstände übrigens dazu, dass Günther und sein engeres Team sich laufend von Lieferdiensten mit Essen versorgen ließen. Dann wurde gemeinsam gespeist: „Von den Personenschützern über Sekretärinnen bis zum Chef der Staatskanzlei, dem Ministerpräsidenten und dem Regierungssprecher waren alle dabei“, erzählte Günther. „Das waren immer sehr muntere Runden.“