Nach Pfingst-Ansturm

Bürgermeister der Ostseebäder gehen die Polizei an

Der Strand an der Ostsee in Scharbeutz vor der Pandemie (Archivbild). In Zeiten von Corona müssen die Menschen auch am Strand die Abstandregeln beachten.

Der Strand an der Ostsee in Scharbeutz vor der Pandemie (Archivbild). In Zeiten von Corona müssen die Menschen auch am Strand die Abstandregeln beachten.

Foto: picture alliance/Bildagentur-online

Kritik an mangelnder Präsenz in Ostholstein. Ticketsystem wird zum Ferienbeginn nicht fertig. Spitzt sich die Tourismus-Debatte zu?

Lübeck. Das Tourismusgeschehen am Pfingstmontag in der Lübecker Bucht hat zu einer Verstimmung zwischen den Ostseebädern und der Polizei geführt. In einer vom Kreis Ostholstein organisierten Telefonkonferenz haben sich einige Bürgermeister über einen mangelnden Einsatz der Polizei beklagt.

„Am Pfingstmontag war das sehr dünn bei uns“, sagt etwa Bettina Schäfer, Bürgermeisterin von Scharbeutz. Dort mussten wegen der vielen Tagesausflügler Straßen gesperrt werden. Carina Leonhardt, Sprecherin des Kreises Ostholstein, bestätigt die Kritik: „Die Bürgermeister wünschen sich mehr Polizeipräsenz.“

Zu wenig präsent? Polizei weist Kritik zurück

Die Reaktion der Polizeidirektion Lübeck, die für Ostholstein zuständig ist, fällt sehr kurz aus. „Die Polizei war über das Pfingstwochenende verstärkt präsent“, sagt Sprecherin Vanessa von Hahn. Weitere Auskünfte gibt es nicht. Bei der Polizei verweist man darauf, dass zunächst einmal die jeweiligen Ordnungsbehörden zuständig seien. Die Polizei könne nur unterstützend tätig werden, und das habe sie durchaus getan.

Auch im Landespolizeiamt hieß es zum Pfingstwochenende: „Nennenswerte Verstöße gegen die Corona-Landesverordnung wurden, wie bereits zu Himmelfahrt, nicht festgestellt. Es wurden landesweit zwar einige Anzeigen wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz und die Landesverordnung erstattet, dies spielte sich aber erneut in einem überschaubaren Rahmen ab.“ Im Bereich der Polizeidirektion Lübeck sind an den drei Pfingsttagen insgesamt Anzeigen im mittleren zweistelligen Bereich geschrieben worden.

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Bürgermeister wollen ihr Konzept verbessern

War es also ein ruhiges Wochenende? Die Bürgermeister sehen das offenbar anders. Sie wollen nun ihre an Pfingsten ausprobierten Konzepte verbessern. Andere Möglichkeiten gibt es vorerst nicht. Am Monatsende beginnen die Sommerferien. Bis dahin wird das Ticketsystem, mit dem man sich seinen Platz am Strand reservieren kann, nicht fertig sein. Eines ist auf jeden Fall nicht gewollt: „Kein Bürgermeister hat gefordert, Tagesgäste auszusperren“, sagt Carina Leonhardt.