Kiel

Kindesmissbrauch: Angeklagter kündigt Geständnis an

Das Landgericht in Kiel (Symbolbild)

Das Landgericht in Kiel (Symbolbild)

Foto: Carsten Rehder / dpa

Der Mann zahlte seinem Opfer bereits 5000 Euro Schmerzensgeld. Für ein Geständnis stellt der 41-Jährige Bedingungen.

Kiel. In der Neuauflage eines Prozesses um mehrfachen schweren Kindesmissbrauch hat der 41 Jahre alte Angeklagte am Mittwoch ein Geständnis und eine weitere Schmerzensgeldzahlung in Höhe von 2000 Euro an das Opfer in Aussicht gestellt.

5000 Euro hatte der Mann bereits vor Prozessbeginn am Landgericht Kiel gezahlt. Bedingung sei, dass sich Gericht, Staatsanwältin und Verteidigung auf eine Bewährungsstrafe von maximal zwei Jahren verständigen, sagte Verteidiger Philipp Marquort. Dafür würde der Angeklagte vier oder fünf Taten gestehen.

Opfer müsste bei Deal nicht aussagen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 41-Jährigen vor, sich zwischen 2011 und 2012 mindestens neun Mal an einem Mädchen aus der Nachbarschaft schwer vergangen zu haben. Die angeklagten Taten seien nur die Spitze des Eisbergs, sagte die Staatsanwältin. Demnach war das Mädchen bei allen angeklagten Taten unter 14 Jahre alt. Die heute volljährige junge Frau ist Nebenklägerin in dem Verfahren.

Sollte der sogenannte Deal – Geständnis gegen Strafmilderung – zustande kommen, müsste sie nicht aussagen. Der Verteidiger hatte bereits kritische Fragen zu den Vorwürfen angekündigt. Er geht von einem verbotenen Liebesverhältnis aus. Die Nebenklage hatte dagegen von der Ausnutzung eines nachbarschaftlichen Vertrauens- und Abhängigkeitsverhältnisses gesprochen.

Die Jugendkammer hat bis zur Verkündung des Urteils bis Ende Mai insgesamt acht Verhandlungstage festgesetzt. Durch eine Einigung könnte sich die Prozessdauer deutlich verkürzen. Ein erster Anlauf des Verfahrens wurde Anfang März wegen einer Erkrankung des Vorsitzenden der Jugendkammer ausgesetzt.

( dpa )