Coronapandemie

Corona-Atlas: Alle Fälle aus den Orten im Kreis Pinneberg

| Lesedauer: 4 Minuten
Nico Binde
Coronavirus: Im Kreis Pinneberg wurde erneut eine Liste mit allen Coronafällen veröffentlicht. In einigen Gemeinden ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch (Symbolbild).

Coronavirus: Im Kreis Pinneberg wurde erneut eine Liste mit allen Coronafällen veröffentlicht. In einigen Gemeinden ist das Ansteckungsrisiko besonders hoch (Symbolbild).

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Eine große Karte zeigt sämtliche 492 Infektionen im Kreis. Die Ballungsräume sind besonders betroffen – und die Altenheime.

Kreis Pinneberg. Bis auf die weitgehend abgeriegelte Insel Helgoland hat das neuartige Coronavirus inzwischen jede Stadt, jede Gemeinde und jedes Amt im Kreis Pinneberg erreicht. Von den 492 bisher bekannten Fällen sind die Orte allerdings unterschiedlich stark betroffen. Das geht aus einer aktualisierten Liste des Gesundheitsamtes hervor.

Demnach weisen die Stadt Pinneberg, die Nachbargemeinde Rellingen und die Stadt Tornesch die mit Abstand meisten bestätigten Fälle der Folgeerkrankung Covid-19 auf. Während Pinnebergs hohe Infektionszahl (90) mit der hohen Einwohnerzahl zu erklären ist, begründen sich die Zahlen in Rellingen (84) und Tornesch (61) mit den insgesamt drei betroffenen Altenheimen, in denen das Virus ausgebrochen war.

Corona: Drei Altenheime in zwei Städten betroffen

Allein in einem Heim in Rellingen wurden 14 Mitarbeiter und 40 Bewohner positiv getestet. Davon mussten zehn Heimbewohner im Krankenhaus versorgt werden, fünf sind inzwischen gestorben. Im arg gebeutelten Rellingen kamen zudem zwei positiv getestete und mittlerweile gestorbene Bewohner eines DRK-Heims hinzu. Drei Mitarbeiter waren dort überdies infiziert.

Sechs Todesopfer forderte dagegen der Ausbruch des Virus in einem Tornescher Altenheim. Dort waren insgesamt 24 Bewohner und 14 von 22 Mitarbeitern positiv auf den grassierenden Erreger Sars-Cov-2 getestet worden.

In der Gesamtschau des Kreises hat inzwischen auch Elmshorn als große Stadt mit 51 Coronafällen einen hohen Anteil an den Infektionszahlen. Gleichbleibend hoch sind die Fallzahlen auch in Wedel (46) und Quickborn (33). Und auch die beiden direkten Nachbarn der Hansestadt Hamburg – Schenefeld und Halstenbek – haben mit 29 und 26 Fällen verhältnismäßig viele Infektionen.

Pendler und große Dichte – dann hat es das Virus leichter

Wie schon in der vor 14 Tagen veröffentlichen Liste zeigt sich, dass vor allem Ballungsräume – also jene Gebiete, in denen viele Menschen auf engem Raum leben – und deren Nachbarn mit hohen Infektionsraten zu kämpfen haben. Auch starke Pendlerströme dürften für hohe Infektionszahlen verantwortlich sein.

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Dafür spricht, dass bisher vor allem die ländlich geprägten Teile des Kreises wenige Coronapatienten zählen mussten. Das Amt Geest und Marsch Südholstein hat dabei mit 20 Fällen noch die höchste Zahl, das Amt Pinnau mit 13 Fällen aber schon weit weniger. Gleiches trifft auf Uetersen (13) und das Amt Elmshorn-Land (10) zu. Erfreulich einstellige Fallzahlen haben das Amt Rantzau mit acht bestätigten Coronavirusinfektionen, die Stadt Barmstedt mit drei Fällen und das Amt Hörnerkirchen mit zwei Fällen. Der erste Fall im Kreis wurde am 3. März bekannt.

Aktuelle Coronazahlen steigen vor dem Wochenende

Verglichen mit den Zuwachsraten in der aktuellen Woche ist die Zahl der neuen Coronafälle im Kreis Pinneberg vor dem Wochenende wieder leicht gestiegen. Am Freitag meldete das Gesundheitsamt zehn neue Infektionen, in der gesamten Woche waren die täglichen Zuwächse einstellig.

Coronavirus: So können Sie sich vor Ansteckung schützen

  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch, das Sie danach wegwerfen. Ist keins griffbereit, halten Sie die Armbeuge vor Mund und Nase. Danach: Hände waschen
  • Regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife waschen
  • Das Gesicht nicht mit den Händen berühren, weil die Erreger des Coronavirus über die Schleimhäute von Mund, Nase oder Augen in den Körper eindringen und eine Infektion auslösen können
  • Ein bis zwei Meter Abstand zu Menschen halten
  • Schutzmasken und Desinfektionsmittel können helfen – aber umgekehrt auch zu Nachlässigkeit in wichtigeren Bereichen führen

Mit dem Wert von Freitag hat sich die Zahl der bisher insgesamt erkrankten Menschen auf 492 erhöht. Nach wie vor müssen oder mussten sich 89 Patienten wegen der Lungenkrankheit Covid-19 im Krankenhaus behandeln lassen. Die Zahl der Todesfälle blieb konstant bei 14. Dagegen erhöhte sich der Anteil der Genesenen um 24 Personen auf 189. Die Situation in den drei von Corona betroffenen Pflegeheimen im Kreis hat sich weitgehend stabilisiert.