Schleswig-Holstein

Vom Festland nach Sylt: Seit heute "mit Ansage katastrophal"

Eine Fähre legt im Hafen von List auf Sylt an. Im November wird auf der Bahnlinie gebaut.

Eine Fähre legt im Hafen von List auf Sylt an. Im November wird auf der Bahnlinie gebaut.

Foto: picture alliance

Autozüge stellen im November Betrieb zeitweise ein – und die versprochene zweite Fähre zwischen Rømø und Sylt ist defekt.

Westerland. Für Besucher der Insel Sylt wird der November ein besonderer Monat: Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hat ihm bereits das Etikett „mit Ansage katastrophal“ gegeben. Katastrophal deshalb, weil auf der Bahnlinie, Sylts Hauptverbindung zur Außenwelt, gebaut wird. Mit Ansage deshalb, weil der Busersatzverkehr zwischen Niebüll und Klanxbüll nicht annähernd so leistungsfähig sein kann wie die Bahn. Der Autotransport wird von Montagabend bis Freitagmorgen eingestellt. Wie kommen Pendler und Gäste also auf die Insel, mit welchem Zeitbedarf müssen sie rechnen?

Darauf kann es nur eine zweigeteilte Antwort geben – und ein genaues Studium der Fahrpläne. Wer mit dem Auto auf die Insel will, der sollte sich genau überlegen, an welchem Wochentag er das tun möchte. Denn dienstags, mittwochs und donnerstags ist der Transport per Bahn über den Damm nicht möglich.

Zweite Fähre für den Weg nach Sylt über Rø­mø defekt

Der einzige Weg auf die Insel führt dann über die dänische Insel Rø­mø. Die Reederei, die zwischen Havneby und List auf Sylt verkehrt, hat extra eine zweite Fähre besorgt, um mehr Fahrzeuge zu transportieren. Doch am Montag gibt es noch mehr schlechte Nachrichten: Die versprochene zweite Syltfähre kommt vorerst nicht zum Einsatz.

Eigentlich sollte sie schon seit Montagmorgen zwischen Sylt und Rø­mø verkehren. Doch technische Schwierigkeiten verhindern das. Die Probleme der jüngst von der Reederei erworbenen "Rø­møExpress" tauchten während der Überfahrt von Tallinn auf. Die Fähre wird nun erst am Montag gegen 18 Uhr in Havneby auf Rø­mø erwartet, muss dann repariert und auch noch von den dänischen Behörden abgenommen werden.

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Nur ein Schiff zwischen List auf Sylt und Havneby

Derzeit ist unklar, ob die "Rø­møExpress" zumindest am Mittwoch in Dienst gestellt werden kann. Derzeit verkehrt nur ein Schiff zwischen List auf Sylt und Havneby. Das Fährticket kostet 50,40 Euro (einfache Fahrt, Auto bis zu sechs Meter Länge inklusive Personen).

Für Hin- und Rückfahrt an verschiedenen Tagen werden insgesamt 83 Euro fällig. Wer von Freitag bis Montag auf die Insel will, kann sich der bekannten Autozüge bedienen.

Fahrten zwischen Niebüll und Westerland 30 Minuten länger

Wer ohne Auto auf die Insel Sylt will, sollte für die Bahnfahrt mehr Zeit als üblich einrechnen. Schon am Montag (4.11.) haben die Behinderungen begonnen. Einige Züge fallen ganz aus, andere teilweise. Bis kommenden Mittwoch gibt es nicht nur zwischen Klanxbüll und Niebüll, sondern auch zwischen Keitum und Westerland einen Busersatzverkehr. Die Fahrzeiten zwischen Niebüll und Westerland werden sich um eine halbe Stunde verlängern. Die Ersatzfahrpläne sind im Internet einzusehen.

Erst ab Freitag, 29. November, werden die Züge wieder wie gewohnt verkehren. Für die Kunden dürfte der November also tatsächlich mühevoll werden. Die Pünktlichkeitsquote auf der Strecke Hamburg–Westerland wird weiter sinken. In der dritten Oktoberwoche war dieser Wert ohnehin schon auf unter 60 Prozent gefallen.