Schleswig-Holstein

Von Fehmarn bis Sylt – im Norden sind noch Zimmer frei

Die Buchungslage an Nord- und Ostsee – hier Heiligenhafen – ist durchweg gut.

Die Buchungslage an Nord- und Ostsee – hier Heiligenhafen – ist durchweg gut.

Foto: picture alliance/dpa

Die kalten Monate werden für Touristen immer beliebter. Trotz hoher Auslastung gibt es noch freie Zimmer.

Kiel. Schleswig-Holsteins Tourismusbranche erzielt mehr und mehr Umsätze, die Auslastungsquoten werden immer größer, und es sind zunehmend die kalten Monate, die beliebter werden und die sich dem hohen Niveau der Sommermonate annähern. Kurzentschlossene haben jetzt kurz vor den Herbstferien dennoch Chancen auf freie Unterkünfte.

Dass der Norden touristisch so gut dasteht, liege daran, dass einerseits die Infrastruktur gestärkt wurde, beispielsweise indem Flaniermeilen ausgebaut wurden. Andererseits seien auch Unternehmen gefördert worden, sagt Harald Haase, Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Kiel. So wurde der Tourismus in Schleswig-Holstein zu einer Branche, die fünf Milliarden Euro Umsatz im Jahr erzielt.

Veranstaltungen attraktiv für Touristen

Neben Bauvorhaben gehören auch Veranstaltungen wie die Familienwochen vom 5. bis 31. Oktober auf Sylt oder die Piratentage ab 18. Oktober in St. Peter-Ording zu den Maßnahmen, mit denen der Norden seinen Tourismus ankurbelt. Kurzentschlossene haben trotz dieser Erfolgsmeldungen noch Chancen, eine Unterkunft zu bekommen.

"Die Buchungslage ist gut, aber man findet noch überall etwas", sagt Manuela Schütz von der Tourismus Agentur Schleswig-Holstein. Zwar sind die Sommermonate nach vor gut ausgelastet, die Monate der Nebensaison gleichen sich jedoch immer mehr an. So ist die Lage in einigen Ferienorten:

Büsum:

„Zwischen dem 31. Oktober und dem 3. November haben wir 30 Prozent mehr Buchungen als im Vorjahr“, sagt Olaf Raffel vom Tourismus Marketing Service Büsum und gibt gleichzeitig Entwarnung: „Man findet auf jeden Fall noch etwas.“ Die meisten Gäste kommen aus Niedersachsen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Föhr:

Auf der Insel Föhr bekommen Gäste ebenfalls noch einen Platz. „Zurzeit sind wir zur Hälfte ausgebucht“, sagt Ann-Kathrin Meyerhof von Föhr Tourismus. Zwar benutzten viele Föhrer ihre Zweitwohnungen im Herbst selbst, aber man bekomme auf jeden Fall noch eine Ferienwohnung oder ein Zimmer. Ein durchschnittliches Doppelzimmer auf der Nordseeinsel kostet zwischen 70 und 80 Euro.

Sankt Peter-Ording:

„Voll. Sehr voll“, sagt Christian Sroka und meint das Beach Motel in Sankt Peter-Ording. In den Herbstferien und der Zeit danach seien vereinzelt Zimmer frei. Die Auslastung ist gut, sagt Claudia Nissen von der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording. „Im Hotelbereich liegt die Auslastung bei 80 Prozent mit steigender Tendenz, bei Ferienwohnungen bei 70 Prozent.“ Aber auch in St. Peter-Ording müsse man sich keine Sorgen machen, dass man keine Unterkunft mehr findet.

Heiligenhafen:

Im Beachmotel und in der Bretterbude sind die Wochenenden voll, aber unter der Woche ist vereinzelt etwas frei.


Sylt:

Der Platzhirsch auf dem schleswig-holsteinischen Tourismusmarkt ist nach wie vor Sylt. Auch dieses Jahr sei hier die Buchungssituation gut, sagt Jutta Vielberg von der Sylt Marketing GmbH: „Über die letzten Jahre ist ein Aufwärtstrend bemerkbar.“ Besonders falle auf, dass die Urlauber vermehrt in den kalten Jahreszeiten auf die Insel kämen. Zimmer gibt es auf Sylt ab 50 Euro. Die meisten Besucher empfängt die Insel aus Hamburg. Die zweite große Gruppe stammt aus Nordrhein-Westfalen.

Timmendorfer Strand:

Rekordjahr nach Rekordjahr erzielt Timmendorfer Strand, so Silke Szymoniak von der Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH. „Bis in den Oktober hinein sind wir nahezu ausgebucht. Allein in diesen Herbstferien verzeichnen wir 20 Prozent mehr Anreisen als im Vorjahr“, sagt sie. „Urlaub 365 Tage im Jahr“ sei das Motto, so Szymoniak. Ab etwa 60 Euro sei ein Zimmer zu haben. Die meisten Besucher kämen aus Nordrhein-Westfalen. Danach folgen Niedersachsen, Berlin und die neuen Bundesländer.

Lübecker Bucht:

Eine gute Auslastung meldet auch die Lübecker Bucht. Doris Wilmer-Huperz von der Tourismuszentrale: „Wir bewegen uns hinsichtlich der Auslastung mit 60 bis 70 Prozent auf Vorjahresniveau.“ Anders als im Sommer buchen die Gäste im Herbst etwas spontaner, weil sie häufig das Wetter abwarten. Noch gibt es also freie Unterkünfte. Besonders nachgefragt sind Scharbeutz und Pelzerhaken. Am 1. Oktober öffnen die Orte die Strände für Hunde, dann können Hundebesitzer überall mit ihren Tieren spazieren gehen.

Grömitz:

Die Buchungslage für Grömitz ist gut, aber für spontane Urlauber und auch Familien keineswegs aussichtslos. „Sowohl in Grömitz wie in Travemünde sind wir gut gebucht, aber wir freuen uns über weitere Gäste“, sagt Karen Schmidt von A-ja-Resorts. „Die Herbstferien zählen mit zur Hauptsaison, sodass wir uns auf zahlreiche Gäste und einen vollen Strand freuen“, sagt Jacqueline Felsmann von Tourismus-Service Grömitz. Kapazitäten gibt es vor allem noch bei den Ferienwohnungen. Hierfür am besten in der Zimmer- und Wohnungsvermittlung unter der Telefonnummer 04562/25 60 anrufen

Fehmarn:

„Ein paar Zimmer haben wir in den Herbstferien und den angrenzenden Wochenenden noch“, sagt Marco Turni vom IFA Fehmarn. Die Buchungslage auf der Sonneninsel für den Herbst ist gut, aber nicht ausgereizt. „Für Spontanreisende zeigt sich die Insel somit als willkommenes Ziel“, sagt Kim Beckmann, Tourismus-Service-Fehmarn. „Wer flexibel zeigt, wird keine Probleme haben, eine schöne Unterkunft zu finden.“ Der Tourismus-Service sei gern behilflich bei der Suche nach dem passenden Objekt vom Viersternehotel bis zum Urlaub auf dem Bauernhof.