Hartenholm

Das wird kesseln: „Werner“-Rennen mit Hamburgerin

Anna Pola Spinner tritt gegen den
roten Porsche an.

Anna Pola Spinner tritt gegen den roten Porsche an.

Foto: Privat

Anna Pola Spinner tritt gegen Holgis legendären roten Porsche an. Austragungsort ist der Flugplatz Hartenholm im Kreis Segeberg.

Hamburg.  Dann muss der Mustang eben ohne Servolenkung ins Rennen gehen. „Es ist ja zum Glück eine gerade Strecke“, sagt Anna Pola Spinner. Die Hamburgerin (28) will am Freitag mit ihrem leicht eingeschränkten Ford Mustang (51) gegen Holgis Porsche 911 antreten.

Ziemlich unverständliche Sätze, wenn man nicht „Werner“-Fan ist und weiß: Holgis roter Porsche ist in einem der bekanntesten Rennen der Comic-Geschichte Gegner des von „Werner“ gelenkten Motorrads namens „Red Porsche Killer“. Der von Rötger Feldmann gezeichnete Comic stammt aus dem Jahr 1985. 1988 machten Feldmann und sein Freund Holger (Holgi) Henze aus der Comic-Story ein echtes Rennen. 200.000 Fans kamen auf den Flugplatz Hartenholm – so populär waren die „Werner“-Comics damals.

Festivalähnliche Neuauflage

Henze gewann. Im vergangenen Jahr gab es eine festivalähnliche Neuauflage des Rennens. Feldmann gewann – und kündigte an, eine schöpferische Pause machen zu wollen. Für die Wiederholung des „Werner“-Festivals in diesem Jahr stand Henze also ohne Gegner da. Aber Ersatz war schnell zur Hand. Anna Pola Spinner ist eine von acht Gegnern – die einzige Frau unter den Tollkühnen, die es wagen, den roten Porsche besiegen zu wollen.

Die Hamburgerin hat gewissermaßen schon als kleines Kind Motorsport betrieben. Ihr Vater, der Rechtsanwalt Gundo Spinner, hat ihr früh ein Kinder-Elektroauto geschenkt, außerdem hat er sie als „Werner“-Fan mit allen Comics versorgt. „Irgendwie habe ich dann ein Mustang-Faible entwickelt“, sagt sie. Im Frühjahr kauften sie via Ebay einen uralten Ford Mustang. 28.000 Euro hat sie hingeblättert. Seitdem schrauben sie und ihr Vater an dem klassischen Sportwagen. „Wir machen fast alles selbst“, sagt sie. Der Mustang hat neue Blattfedern bekommen, einen ordentlichen Dreipunktgurt, der Vergaser musste eingestellt werden, ebenso die Dreigangschaltung.

Malheur mit der Servolenkung

Dann passierte das Malheur mit der Servolenkung. Bei einer Fahrt auf der Autobahn lief das Öl aus, die Lenkung zerstörte sich gewissermaßen selbst. „Das kriegen wir bis Freitag nicht repariert“, sagt Spinner. Macht nix, findet sie. „Die Rennstrecke ist schnurgerade, das wird auch ohne Servo gehen.“

Das Werner-Rennen 2019 (so heißt die Veranstaltung) mit Musik und viel Motorsport beginnt am morgigen Donnerstag auf dem Flugplatz Hartenholm im Kreis Segeberg. Es dauert vier Tage. Am Freitag tritt der rote Mustang gegen den roten Porsche an. Start ist um 19 Uhr. „Ich habe echt richtig Bock“, sagt Spinner.