Deutsche Bahn

"Das hat fatale Folgen": Sylt klagt über Zugausfälle

An dieser Eisenbahnbrücke in Langenhorn (Nordfriesland) blieb der Lkw hängen.

An dieser Eisenbahnbrücke in Langenhorn (Nordfriesland) blieb der Lkw hängen.

Foto: dpa

Mitten in der Hochsaison wird ein Lkw-Unfall noch wochenlang für große Probleme sorgen. Leistungsfähigkeit auf der Strecke halbiert.

Hamburg/Bredtstedt.  Mit dem Intercity kommt niemand mehr auf die Insel Sylt, nur der Regionalexpress verkehrt noch: Nach einem Lastwagen-Unfall in der Nähe von Bredstedt ist der Bahnverkehr zwischen Hamburg und Sylt erheblich eingeschränkt.

„Das hat fatale Folgen für uns“, sagte am Mittwoch Jutta Vielberg, Sprecherin des Sylt Marketings. „Viele unserer Gäste nutzen den IC, um zu uns zu kommen.“ Die Deutsche Bahn geht mittlerweile davon aus, dass dieser Zustand rund vier Wochen dauern wird.

Dass die Insel mitten in der Hochsaison ein Transportproblem hat, ist einem folgenschweren Verkehrsunfall geschuldet. Am Montag gegen 17 Uhr hatte ein Lkw-Fahrer, der auf der B 5 bei Langenhorn unterwegs war, die Eisenbahnbrücke gerammt. Das Fahrzeug eines örtlichen Baustoffhändlers war mit einem Abladekran ausgestattet. Dieser war offenbar nicht ordnungsgemäß heruntergefahren worden, ragte also übers Wagendach hinaus und richtete deshalb erhebliche Schäden an der Unterseite der Brücke an. Mehrere Querträger wurden beschädigt, einige sogar aus der Verankerung gerissen.

Statt vier Zügen pro Stunde können nur zwei fahren

Folge: Von den zwei Gleisen auf der Brücke ist aus Sicherheitsgründen vorerst nur eines befahrbar. Damit sinkt die Leistungsfähigkeit der Bahnverbindung zwischen Hamburg und Westerland deutlich. „Statt vier Zügen pro Stunde können dort nur noch zwei fahren“, sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

Die IC-Verbindungen wurden komplett gekappt. Alle Züge dieses Typs starten und enden in Hamburg. Der Regionalexpress, der Altona mit Westerland verbindet, fährt fahrplangemäß. In der Gegenrichtung muss mit Verspätungen gerechnet werden. Einige der Züge ab Westerland enden zudem in Elmshorn. Die Güterzüge werden möglicherweise in die Nachtstunden verlegt. Für den Abschnitt Niebüll–Husum gibt es auch einen Busersatzverkehr.

Die Bahn empfiehlt, sich bei Fahrten ab Westerland über eventuelle Verspätungen zu informieren.