Flüchtlinge

Landesunterkunft in Neumünster soll Ankerzentrum werden

Der Eingang der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster

Der Eingang der Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster

Foto: dpa

In der Stadt soll ab 2024 die einzige Aufnahmeeinrichtung für Schleswig-Holstein mit 1500 Plätzen eingerichtet werden.

Neumünster. Die Kieler Regierung will die Landesunterkunft für Flüchtlinge in Neumünster ausbauen und die Pläne dafür am 24. September auf einer Einwohnerversammlung vorstellen. „Die Planungen des Innenministeriums sehen vor, dass Neumünster ab dem Jahr 2024 die einzige Aufnahmeeinrichtung in Schleswig-Holstein sein wird“, sagte Ministeriumssprecher Dirk Hundertmark am Donnerstag. Dafür solle die „Aufnahme- und Rückführungseinrichtung“ ausgebaut werden. Gespräche mit der Stadt liefen bereits. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord darüber berichtet.

Die Erstaufnahme in Boostedt soll Ende 2024 komplett geschlossen werden. Derzeit hat die Erstaufnahme in Neumünster eine Kapazität von 772 Personen. Davon sind nach Ministeriumsangaben aktuell 601 belegt. Künftig soll die Einrichtung über 1500 Plätze verfügen. Zu konkreten Planungen wollte sich das Innenministerium vorab nicht äußern.

„Das, was sich nach Auskunft des Bundesinnenministeriums hinter dem Begriff Anker verbirgt - Ankunft, Entscheidung über den Asylantrag, kommunale Verteilung, Rückführung aus der Einrichtung - findet in den schleswig-holsteinischen Einrichtungen in Neumünster und Boostedt derzeit bereits statt“, sagte der Sprecher. Diese Rolle werde Neumünster ab 2024 alleine übernehmen.

Auf Bundesebene hatten Union und SPD im Koalitionsvertrag sogenannte Ankerzentren vereinbart. Demnach sollen Flüchtlinge in Großunterkünften bis zum Abschluss ihrer Asylverfahren untergebracht und nicht mehr quer über das Land verteilt werden. Wer nicht als Flüchtling anerkannt wird, soll direkt aus dem Zentrum abgeschoben werden.