WM-Finale in Moskau

Was ein Neunjähriger aus dem Norden beim WM-Finale erlebte

Für den neunjährigen Felix (Einlaufkind mit Brille) ging beim WM-Finale in Moskau ein Traum in Erfüllung

Für den neunjährigen Felix (Einlaufkind mit Brille) ging beim WM-Finale in Moskau ein Traum in Erfüllung

Foto: McDonald’s Fußball Eskorte/Getty Images

Weltmeister-Einlaufkind: An der Hand von Pavard betritt Felix aus Treia den Rasen in Moskau. Er zeigt Gespür für den großen Moment.

Treia/Moskau. "Ich war etwas nervös, aber ich denke, ich habe es ganz toll gemacht", beschreibt der neun Jahre alte Felix Bumb im Gespräch mit dem Abendblatt ein Erlebnis, an das er sich noch den Rest seines Lebens erinnern wird. Der Schüler aus Treia in Schleswig-Holstein (zwischen Husum und Schleswig) durfte als Einlaufkind an der Seite des französischen Nationalspielers Benjamin Pavard den grünen Rasen beim WM-Finale in Moskau betreten.

Breit grinsend posierte Felix schon fast wie ein Profi für die Kameras, während die Franzosen die Marseillaise, die Nationalhymne der Französischen Republik, schmetterten. Kurz darauf war Felix' einmaliger Moment schon wieder vorbei, und er musste vom Spielfeld in Richtung Kabinentrakt sprinten. Für einen kurzen Plausch mit Pavard, dem Rechtsverteidiger vom VfB Stuttgart, blieb keine Zeit mehr. "Er war sehr fokussiert auf das Finale und wirkte etwas gestresst – dadurch war ein Gespräch leider nicht möglich", sagt Felix verständnisvoll.

Dennoch beschreibt der Hobbyfußballspieler mit der markanten Brille diesen Moment als den "größten" in seinem noch jungen Leben. Abgerundet wurde sein einzigartiges Erlebnis durch eine Unterschrift von Christian Karembeu (47), dem französischen Weltmeister von 1998, als Felix noch nicht mal mehr in der Planung war. "Ich werde wohl nichts Schöneres mehr erleben", wagt Felix eine Prognose für die Zukunft.

Felix wollte eigentlich an Neuers Hand auflaufen

Zu verdanken hat Felix dieses Erlebnis seinem Vater, der am 9. Mai dieses Jahres beim Gewinnspiel der McDonald's Fußball Eskorte die Reise gewann. Innerhalb einer Woche organisierte der Vater die Visa mithilfe der Fast-Food-Kette und ließ die nötigen Verträge vom zuständigen Landgerichtspräsidenten beglaubigen.

Am 12. Juli begann die aufwendigste Reise im Leben des Neunjährigen in Begleitung seines Vaters. Vier Tage später fiel Felix um 22 Uhr mit der Rückkehr in Treia todmüde, aber überglücklich in sein Kinderbett. "In den vier Tagen ist ganz schön viel passiert, wovon ich nachts noch geträumt habe", sagte er am Morgen danach.

Eigentlich wollte Felix als Einlaufkind von Manuel Neuer den Innenraum des Luschniki-Stadions betreten. Dass dieser Traum bereits nach der Vorrunde mit dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft zerplatzte, kann Felix inzwischen verschmerzen. Denn auch an der Hand von Pavard fühlte er sich wie ein Weltmeister. Ein Weltmeister aus dem Norden.