Tierschutz

Nabu bietet Whalewatching auf der Flensburger Förde an

Fahrgäste des Ausflugsschiffes „Möwe“ beobachten am einen Delfin in der Flensburger Förde

Fahrgäste des Ausflugsschiffes „Möwe“ beobachten am einen Delfin in der Flensburger Förde

Foto: Benjamin Nolte / dpa

Beim Wort Whalewatching denken viele an exotische Orte und riesige Tiere. Doch auch in Schleswig-Holstein gibt es jetzt Touren.

Flensburg.  Whalewatching auf der Flensburger Förde: Mit Beobachtungsfahrten will die Naturschutzorganisation Nabu Menschen für den Schutz der Schweinswale in der Ostsee sensibilisieren. „Der Nabu Schleswig-Holstein bietet die Whalewatching-Touren an, da der Schweinswal ein recht unbeachtetes Dasein fristet“, sagte die Leiterin der Nabu-Landesstelle Schweinswalschutz, Dagmar Struß. „Engagierte Menschen interessieren sich für gefährdete Wale in Japan, Neuseeland oder Norwegen, wissen aber gar nicht, dass Deutschland selbst heimische Wale vor der Haustür hat, die bereits stark gefährdet sind.“

Die Population in der zentralen und östlichen Ostsee sei fast ausgestorben. „Bei uns in der westlichen Ostsee sind nach Schätzungen noch einige Tausend Tiere unterwegs“, sagte Struß. Stellnetze, Lärm, Nährstoffeinträge, Überfischung und fehlende Schutzgebiete setzten den Tieren sehr zu. Der Nabu wolle die Menschen sensibilisieren, „denn wer die wundervollen Tiere einmal in ihrem Lebensraum beobachten durfte, wird sie auch schützen wollen“, ist die Nabu-Expertin überzeugt.

Mehr als 20 Fahrten werden angeboten

Die Fahrten vom Flensburger Hafen aus nutzen den Angaben zufolge Interessierte aus der Region genauso wie Urlauber. Es gebe auch Gäste, die für die Ausfahrt beispielsweise extra aus Süddeutschland angereist kommen, sagte Struß. In den vergangenen Jahren ist der Nabu etwa sieben bis acht Mal im Jahr gefahren. In diesem Jahr sei das Interesse so gewachsen, dass mehr als 20 Fahrten angeboten werden. Viele der Sichtungsfahrten seien bereits ausgebucht.

Die Chancen, tatsächlich einen Schweinswal zu sehen, liegen nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre bei 50 bis 90 Prozent. Aber auch ohne Sichtung sei es eine schöne Fahrt durch eine einzigartige Fjordlandschaft, bei der die Gäste viele Informationen über Schweinswale, Meeresschutz und die Flensburger Förde erhielten, sagte Struß.

Auch vom Land aus sind die Schweinswale zu sehen

Denjenigen, die keinen Platz mehr bei einer geführten Tour ergattern konnten, empfiehlt der Nabu Spaziergänge an der Förde entlang. Von der dänischen Grenze an der Förde entlang bis hinter Kappeln an der Schlei gibt es Informationstafeln dort, wo Schweinswale auch von Land aus gut zu beobachten sind. Zudem hat man hin und wieder auch Glück, bei einer normalen Bootstour einen Meeressäuger zu entdecken.

Wie viele Schweinswale tatsächlich in der Flensburger Förde leben, weiß Struß nicht. „Wir vermuten, dass es vielleicht 15 bis 20 Tiere sind.“ Vor allem von April bis September sind sie nahe der Fördeküste unterwegs - in der Regel aber nicht in größeren Gruppen. In den Sommermonaten ziehen die Wale innerhalb der Flensburger Förde vor allem zwischen den Abbruchkanten beziehungsweise Riffen hin und her, weil sie dort gute Nahrung finden können. Im Winter sind sie dann eher im tieferen Wasser unterwegs.