Prozess

Fast fünf Jahre Haft für Angriff auf Frau und Schwiegervater

Der 44 Jahre alte Mann hatte seine Ehefrau und deren Vater mit einem Messer attackiert. Staatsanwaltschaft prüft Revision.

Lübeck. Fast fünf Jahre muss ein Mann ins Gefängnis, der im Oktober 2017 seine Ehefrau und seinen Schwiegervater mit mehreren Messerstichen lebensgefährlich verletzt hatte. Das Landgericht Lübeck verurteilte den 44-Jährigen am Montag wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von vier Jahren und neun Monaten.

Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft wertete das Gericht die Tat nicht als versuchten Mord. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte der aus Syrien stammende Mann „den Tod beider“, weil sich seine erst 20 Jahre alte Frau endgültig von ihm trennen wollte. Der Angeklagte hatte die Messerattacke zu Prozessbeginn gestanden, eine Tötungsabsicht aber bestritten. Sein Verteidiger plädierte wegen gefährlicher Körperverletzung auf maximal fünf Jahre Haft. Beide Opfer wurden bei der Bluttat im Oktober 2017 lebensgefährlich verletzt, konnten nur durch Notoperationen gerettet.

Das Gericht sah das anders als die Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte habe von seinen Opfern abgelassen und sei so von seinem bedingten Tötungsvorsatz zurückgetreten, sagte die Vorsitzende der Schwurgerichtskammer in der Urteilsbegründung.

Der Verteidiger, der in seinem Plädoyer eine Haftstrafe von höchstens fünf Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt hatte, zeigte sich mit dem Urteil zufrieden. Die Staatsanwaltschaft will nun prüfen, ob sie Revision beantragt.