Schweinepest

Naturschützer: Schweinezaun hält kein Wildschwein auf

Wildschwein im Wald: Können diese aus der Ferne niedlichen Tiere Ärger machen? (Archivbild)

Wildschwein im Wald: Können diese aus der Ferne niedlichen Tiere Ärger machen? (Archivbild)

Foto: picture alliance / Reiner Bernhardt

Tiere zu intelligent: Der geplante Zaun an der deutsch-dänischen Grenze bringe gar nichts, so der WWF. Was gegen Schweinepest hilft.

Hamburg/Flensburg. Die Umweltorganisation WWF warnt in einem offenen Brief an Politiker in Dänemark und Deutschland vor dem geplanten Schweinezaun an der Grenze. Um eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest durch Wildschweine zu verhindern, prüfe Dänemark derzeit den Bau einer solchen Anlage, teilte der WWF am Dienstag mit. Der 70 Kilometer lange Zaun werde wenig Wirkung zeigen, sei eine gravierende Barriere für andere Wildtiere und zerschneide die Schutzgebiete.

"Es kann als wahrscheinlicher angesehen werden, dass die Schweinepest durch menschliche Nachlässigkeit in Zuchtbetriebe gelangt, als durch Wildschweine", kritisierte Christoph Heinrich, Vorstand Naturschutz beim WWF Deutschland. "Vom Feldhasen bis zum Rotwild wären zudem zahlreiche Tierarten vom Zaun betroffen."

Schweinepest: So bekämpft man sie präventiv

Der WWF in Dänemark und Deutschland fordert die dänische Regierung auf, den Bau des Grenzzauns zu überdenken. Um die Afrikanische Schweinepest einzudämmen, brauche es vielmehr die Desinfektion von Fahrzeugen, die Vermeidung von Lebensmittelmüll in der Natur und Aufklärungsarbeit von Fahrern und Jägern. Ohnehin würden die intelligenten Wildschweine schnell Lücken wie Straßen und Wege in dem Zaun entdecken oder schwimmend auf die andere Seite der Grenze gelangen.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) hatte sich bereits skeptisch geäußert. Das Virus sei zwar eine ernst zu nehmende Bedrohung, allerdings werde sie vor allem über Menschen, Tiertransporte und infizierte Lebensmittel eingeschleppt.