Energiewende

Atommüll aus Brunsbüttel wird in Schweden erforscht

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel wurde 2011 stillgelegt

Das Kernkraftwerk Brunsbüttel wurde 2011 stillgelegt

Foto: picture alliance/dpa

Defekte Brennstäbe aus dem stillgelegten Kernkraftwerk dürfen in eine schwedische Forschungseinrichtung gebracht werden.

Kiel/Brunsbüttel. Atommüll aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel darf zu Forschungszwecken nach Schweden ausgeführt werden. Wie das Energiewendeministerium in Kiel mitteilte, geht es um 13 defekte Brennstäbe, die aus der mehr als 30 Jahre dauernden Betriebszeit des Kernkraftwerks stammen.

Vattenfall, der Mehrheitseigner des Kraftwerks, teilte mit, dass man sich von dem Forschungsprojekt im schwedischen Studsvik weitere Erkenntnisse über das Verhalten von einzelnen Brennstäben in der Zwischen- und Endlagerung erhoffe. Normalerweise werden Brennstäbe nicht einzeln, sondern in so genannten Brennelementen, eingelagert. Diese können – je nach Bauart – aus dutzenden oder hunderten Brennstäben bestehen.

Brennstäbe werden in drei Transporten nach Schweden gebracht

Die Transportgenehmigung ist bis Ende August 2018 begrenzt, Vattenfall plant die Überführung der defekten Brennstäbe nach Schweden laut Unternehmensangaben in drei Transporten. Zum genauen Transportweg oder den Terminen machte das Unternehmen keine Angaben.

Die Untersuchung der Brennstäbe wird laut Vattenfall voraussichtlich vier Jahre dauern. Der dabei entstehende Atommüll verbleibt in Schweden, laut Ministerium geht die Verantwortung – auch für die Entsorgung – mit der Übernahme auf das schwedische Unternehmen Studsvik Nuclear AB über. Das noch von Robert Habeck geführte Ministerium erhofft sich, dass die Erkenntnisse des Forschungsvorhabens "auch anderen Betreibergesellschaften zugutekommen, die defekte Stäbe zu lagern haben".

In Brunsbüttel lagern 20 Castoren – trotz fehlender Genehmigung

Die 13 defekten Stäbe seien laut Energiewendeministerium der letzte Kernbrennstoff, der sich noch im Kernkraftwerk befände. Im umstrittenen Zwischenlager, das sich ebenfalls auf dem Gelände des Kraftwerks befindet, lagern 20 Castor-Behälter mit 965 Brennelementen.

Für das Standort-Zwischenlager gibt es aktuell keine Genehmigung zur Lagerung des hochradioaktiven Mülls. Weil es nicht ausreichend gegen Terrorangriffe gesichert sei, wurde die Genehmigung gerichtlich aufgehoben. Trotzdem werden die Castor-Behälter dort vorerst weiter aufbewahrt. Habeck sagte im Dezember, dass es keine genehmigte Lagerstätte gebe, an der die Brennelemente sicherer und trockener gelagert werden könnten. Zudem könne man "die Castor-Behälter ja auch nicht einfach irgendwohin stellen". Deswegen habe man als zuständige Atomaufsichtsbehörde die Anordnung zur Aufbewahrung um zwei Jahre verlängert. "Der ungenehmigte Zustand darf aber kein Dauerzustand sein", so Minister Habeck.