Kieler Woche

Größtes Segelsportfest der Welt mit Stars aus der Popmusik

Rennyachten starten am Sonnabend auf der Förde zum „Welcome Race“ der Kieler Woche

Rennyachten starten am Sonnabend auf der Förde zum „Welcome Race“ der Kieler Woche

Foto: Ralf August / dpa

Kieler Woche: Bis zum 25. Juni werden drei Millionen Gäste zu Segelwettbewerben und vielen kostenlosen Konzerten erwartet.

Kiel.  Mit Gästen aus aller Welt feiern die Kieler bis zum kommenden Sonntag ihre fünfte Jahreszeit. Bereits am ersten Wochenende lockte die Kieler Woche nach Angaben der Stadt Hunderttausende Besucher an das oder auf das Wasser, auf die große Festmeile oder ins Rathaus. Dort nahm der frühere Bundespräsident Horst Köhler (CDU) am Sonntag den Weltwirtschaftlichen Preis entgegen. Neben ihm wurden die indische Bankerin Arundhati Bhattacharya, der italienische Modemacher Brunello Cucinelli und der schwedische Ökonom Assar Lindbeck ausgezeichnet.

Mit dem traditionellen Glasen der Schiffsglocke und dem Signal „Leinen los!“ mit dem Schiffshorn hatten Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU) und Fernsehmoderator Kai Pflaume die 123. Kieler Woche am Sonnabendabend auch offiziell eröffnet. „Ich weiß jetzt, dass Anglasen kein Trinkspiel ist“, sagte Pflaume. Seine Aufgabe sei „ein Akt von durchaus nationaler Bedeutung“, vergleichbar mit dem Bieranstich auf dem Oktoberfest.

Größtes Sommerfest in Europa

Bereits am Freitagabend hatten Zehntausende zum Soundcheck vor rund ein Dutzend Bühnen geweilt. Die Kieler Woche gilt als größtes Sommerfest in Nordeuropa. Auf dem Programm stehen rund 2000 Veranstaltungen.

Bis zum nächsten Sonntag erwarten die Veranstalter rund drei Millionen Besucher. Damit sie sorgenfrei feiern können, hat die Polizei noch einmal 50 Prozent mehr Beamte im Einsatz als im vergangenen Jahr. Nach den Terror­anschlägen von Nizza, Berlin und Manchester verschärfte die Polizei das Sicherheitskonzept. An den Abenden und an den Wochenenden gibt es mehrere Kontrollpunkte um die Innenstadt. Rammsperren aus großen Sandsäcken und Lastwagen sollen für Sicherheit sorgen.

Laut Polizei gab es viele positive Rückmeldungen und Verständnis für das Vorgehen. In einigen Bereichen sorgten die bewussten Einengungen des Verkehrs aber für Behinderungen. Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen dürfen während der Hauptveranstaltungszeiten nicht in die Innenstadt fahren.

Genug Wind für die Segler

„Bestes Wetter versetzte die Mehrzahl der Besucher in ausgelassene Feierlaune“, meldete die Polizei. Dennoch notierten die Beamten bis Sonntagvormittag 37 Straftaten (2016: 44), davon 20 sogenannte Rohheitsdelikte (2016: 26). Für Aufregung unter den Beamten sorgte am späten Sonnabendabend ein Drohnenflug im Bereich des Schwedenkais. Polizisten konnten den Piloten jedoch schnell ausfindig machen.

Anders als in den Vorjahren, als häufig eine Flaute die Wettbewerbe der Kieler Woche lahmlegte, sind die Witterungsbedingungen optimal. „Das Wetter spielt mit, der Wind spielt mit für die Segler, bisher läuft alles bestens“, so Stadtsprecher Arne Gloy. Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) sagt, die Stadt wolle sich trotz erhöhter Sicherheitsmaßnahmen als weltoffen präsentieren. „Wir feiern, was das Zeug hält.“

Laith Al-Deen und Yvonne Catterfeld kommen

Die Kieler Woche bleibt aber auch das nach Veranstalterangaben größte Segelsportfest der Welt. Für die Wettkämpfe des selbst ernannten „Wimbledon des Segelns“ haben 3500 Sportler aus mehr als 50 Ländern mit 1500 Booten gemeldet. Neben dem traditionellen Regatta-Programm werden vor Kiel in diesem Jahr auch die Weltmeisterschaften im paralympischen Segeln ausgetragen.

Vor allem abends geht es auf den rund einem Dutzend Bühnen in der Innenstadt und am Wasser zur Sache. Zu den Stargästen der meist kostenlosen Konzerte gehören der Popmusiker Laith Al-Deen und die ehemalige „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“-Darstellerin und Sängerin Yvonne Catterfeld.