Kiel

Polizei: Telefon-Störung nicht Teil der Anti-Terror-Übung

Polizisten bei der Anti-Terror-Übung in Kiel

Polizisten bei der Anti-Terror-Übung in Kiel

Foto: Carsten Rehder / dpa

Technische Störung bei den Behörden behoben. In Kiel gab es eine Polizei-Übung zur Terrorabwehr mit schrecklichen Szenarien.

Kiel/Hamburg. Wegen einer technischen Störung waren am Donnerstagmorgen und mittags die Polizeidienststellen in Kiel telefonisch nicht erreichbar. Wie das Landeskriminalamt am Mittag mitteilte, sei die Störung inzwischen behoben.

Es gebe keinen Zusammenhang mit der großangelegten Anti-Terror-Übung, die zeitgleich an der Förde abgehalten wurde. Es war die nach Polizeiangaben bislang bundesweit größte Übung dieser Art im öffentlichen Raum. Rund 1500 Polizisten aus acht Bundesländern, die Bundespolizei sowie Rettungskräfte und Opfer-Darsteller sind an der Übung „Pandora“ beteiligt.

Anschlag auf Flughafen simuliert

Bei der Übung geht es um drei fiktive Anschlagsszenarien. Zuerst wurde auf dem Flughafen Kiel-Holtenau der Überfall auf den Geburtstagsempfang des britischen Konsuls in einem Hotel simuliert. Dieses Szenario spielte im Empfangsgebäude des Flughafens. Drei Täter mit Schusswaffen und Handgranaten richteten laut Übung ein Blutbad an mit Toten und Verletzten.

Vom ersten Notruf über die Einordnung in der Einsatz-Leitstelle und die Mobilisierung der besonderen Aufbauorganisation der Polizei in Terrorfällen wurden die Alarmketten durchgespielt. Funkstreifenwagen rasten mit Blaulicht zum vermeintlichen Einsatzort, schließlich sicherten schwer bewaffnete Sondereinsatzkommandos den Einschlagsort, bevor Rettungskräfte sich um die Opfer kümmern konnten. Die Übung wird mit zwei weiteren Szenarien, einem fiktiven Anschlag auf einen öffentlichen Bus und eine fiktive Geiselnahme auf einen Verlag fortgesetzt. Die Übung soll bis zum Mittag dauern.

Einsatzkonzepte der Polizei werden überprüft

„Wir bereiten uns vor auf das, was möglichst nicht passiert, aber jederzeit passieren kann“, hatte Landespolizeidirektor Ralf Höhs vor der Übung erklärt. Er verwies auf die Terroranschläge in Madrid, London, Brüssel und Berlin. Die Polizei wolle ihre taktischen Einsatzkonzepte auf Herz und Nieren prüfen. Ziel sei es auch, das Zusammenspiel von Polizei und Rettungskräften möglichst optimal zu gestalten sowie in der Führungszentrale schnelle Entscheidungsabläufe sicherzustellen.