Rekordwerte

Schleswig-Holstein will mehr in Tourismus investieren

Eine Gruppe Wattwanderer zwischen der Hallig Langeneß und dem Festland bei Dagebüll

Eine Gruppe Wattwanderer zwischen der Hallig Langeneß und dem Festland bei Dagebüll

Foto: Christian Charisius / dpa

2016 verzeichnete das Land erstmals rund 28 Millionen Übernachtungen. Wirtschaftsminister Meyer sieht Strategie bestätigt.

Kiel. Mit besserer Qualität der Hotels und zielgerichtetem Marketing will Schleswig-Holstein die jüngsten Rekordwerte im Tourismus toppen. „Wir dürfen uns auf diesen Erfolgen nicht ausruhen, wenn wir nicht hinter unsere Mitwettbewerber wieder zurückfallen wollen“, sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) in einer Regierungserklärung am Mittwoch im Landtag. Vor allem die einzelbetriebliche Förderung könne wichtige Impulse setzen.

„Im Bereich der Neuerrichtung, Erweiterung und Modernisierung von Hotels haben wir mit Zuschüssen in Höhe von rund 36,5 Millionen Euro Investitionen von 286 Millionen Euro ausgelöst“, sagte Meyer. Mehr als 150 000 Arbeitsplätze seien im Norden mittlerweile direkt vom Tourismus abhängig. Schleswig-Holstein habe im Vergleich zu den Mitbewerbern kräftig aufgeholt. „Wir wachsen über dem bundesdeutschen Durchschnitt.“

Das Land investiere in Qualität und setze auf ressourcenschonenden Umgang mit der Natur, sagte Meyer. Ziel bleibe es, Schleswig-Holstein zum ganzjährigen Reiseziel zu machen. „Denn dies sorgt bei den Beschäftigten in Gastronomie, Hotellerie und anderen touristischen Betrieben für bessere Perspektiven und mehr soziale Sicherheit.“

CDU fordert Ausbau von Straßen

CDU und FDP warfen dem auch für Verkehr zuständigen Minister Meyer dagegen Untätigkeit beim Ausbau der Infrastruktur vor. Kurzurlauber würden zusehens wichtiger, sie müssten aber schnell hierher gelangen können, sagte der Parlamentarische CDU-Geschäftsführer Hans-Jörn Arp. „Die meisten allerdings stehen im Elbtunnel oder vor irgendeiner Baustelle.“ Nötig sei ein stärkerer Ausbau von Straße und Schiene. Meyer könne jedoch „weder das eine noch das andere“.

Der FDP-Tourismuspolitiker Oliver Kumbartzky betonte, seine Fraktion unterstütze ausdrücklich die Zielsetzung, bis 2025 rund 30 Millionen Übernachtungen, neun Milliarden Euro Umsatz und Platz drei im Länderranking zu erreichen. Problematisch für den Tourismus sei jedoch, dass der Weiterbau der Autobahn 20 nicht vorankomme. „DieB5 als die zentrale Entwicklungsachse soll nur halbherzig ausgebaut werden.“ Die Regierung habe keine Vision von einem mehrspurigen Ausbau bis zur dänischen Grenze. „Das ist wirklich tourismusfeindliche Politik an der Westküste.“

Der Grünen-Abgeordnete Detlef Matthiessen sagte, „der Tourismus gehört zweifelslos zu den Glanzlichtern dieser Legislaturperiode“. Alleine der Landeshaushalt profitiere mit 209 Millionen Euro davon.

Zahl der Touristen steigt um 4,6 Prozent

2016 hatte das Land bei den Übernachtungen erstmals die Grenze von 28 Millionen geknackt. Auch die Zahl der Touristen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 7,35 Millionen an. Jeder Gast blieb im Durchschnitt 3,8 Nächte. Damit verringerte das Land seinen Rückstand zu den Marktführern Mecklenburg-Vorpommern und Bayern weiter.