Sülfeld

Mutter des toten Säuglings gefunden: Haftbefehl

Der Sarg mit dem Baby, das am 15.10.2015 tot an einer Bushaltestelle gefunden in Sülfeld (Kreis Segeberg) gefunden wurde (Archivbild)

Der Sarg mit dem Baby, das am 15.10.2015 tot an einer Bushaltestelle gefunden in Sülfeld (Kreis Segeberg) gefunden wurde (Archivbild)

Foto: Carsten Rehder / dpa

Vor 14 Monaten wurde in Sülfeld ein totes Baby in einem Mülleimer entdeckt. Nun kam die Polizei der Mutter auf die Spur.

Sülfeld. Die Mordkommission der Kieler Kripo hat den Tod der kleinen Teresa aus Sülfeld aufgeklärt. Kriminalbeamte haben die Mutter des Säuglings festgenommen, der am 15. Oktober 2015 tot aufgefunden wurde. Bei der Frau handelt sich um eine 22-jährige Nordafrikanerin, die sich seit Mitte 2015 in Schleswig-Holstein aufhält. Gegen sie wurde vom Amtsgericht Bad Segeberg Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Totschlags erlassen.

Die Frau war schwanger im Sommer 2015 als Flüchtling nach Deutschland eingereist und lebte seitdem in Schleswig-Holstein. „Die Frau konnte Mittwochnachmittag durch Kriminalbeamte angetroffen und vernommen werden“, sagte ein Polizeisprecher. Sie wartet jetzt in Untersuchungshaft auf ihren Prozess. Bei der Vernehmung gestand die Frau, die Mutter des toten Säuglings zu sein. An die Geburt und die Vorgänge danach könne sie sich jedoch nicht mehr erinnern. „Sie beruft sich auf Erinnerungslücken“, sagte ein Polizeisprecher.

Leiche des Babys wurde in einer Mülltonne gefunden

Die Obduktion in der Rechtsmedizin hatte ergeben, dass das Kind nach der Geburt gelebt hatte. Auf die Spur der Frau war die Polizei durch einen DNA-Abgleich gekommen. Warum die Daten der Mutter, die im Kreis Segeberg lebt, in der Datenbank aufgenommen wurden, will die Polizei nicht sagen. Die Leiche der kleinen Teresa wurde am 15. Oktober 2015 leblos in einer mit Kleidungsstücken gefüllten Tüte in der Mülltonne einer Bushaltestelle an der Bundesstraße 432 im Sülfelder Ortsteil Borstel entdeckt.

Zuvor hatte eine Frau 300 Meter entfernt an der Straße die Tüte mit dem Leichnam gefunden und in die Mülltonne gelegt. Dass sie einen entsetzlichen Fund gemacht hatte, war der Finderin nicht klar. Sie hatte nicht in die Tüte geschaut. Die Polizei geht davon aus, dass die Tüte bereits am 12. oder 13. Oktober an der Straße abgelegt wurde. Während die Mordkommission ermittelte, bereitete der Kirchenvorstand der Gemeinde gemeinsam mit Sülfelds Pastor Steffen Paar und Bürgermeister Karl-Heinz Wegner Teresas Beerdigung vor.

Das Mädchen erhielt sein Namen, weil es am 15. Oktober gefunden wurde. Im evangelischen Namenkalender wird am 15. Oktober der Heiligen, Kirchenlehrerin und Mystikerin Teresa von Avila gedacht. „Daher haben wir auch in Abstimmung mit der Polizei diesem Menschenkind den Namen Teresa gegeben. Nun wollen wir Teresa die Würde schenken, die ihr im Leben verwehrt war“, sagte damals Sülfelds Kirchenvorstand Ulrich Bärwald. Zur Trauerfeier kamen mehr als 150 Menschen.