Unglück vor Fehmarn

Falsch gestaute Ladung ließ Fischkutter „Condor“sinken

Bei dem Unglück Anfang Februar starben zwei Menschen. Hamburger Experten haben jetzt die Ursache für den Untergang ermittelt.

Hamburg/Fehmarn. Falsch gestaute Ladung hat sich als wesentliche Ursache für den Untergang eines Fischkutters mit zwei Toten im Februar dieses Jahres herausgestellt. Der Leiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU), Volker Schellhammer, bestätigte am Mittwochabend die Recherchen des „NDR Schleswig-Holstein Magazins“. Er betonte jedoch, dass noch weitere Faktoren zum Untergang beigetragen hätten. Die Ermittlungen seien abgeschlossen, derzeit werde am offiziellen Untersuchungsbericht gearbeitet.

Fischer hatten Ladung an Deck gestaut

Die über 70 Jahre alte „Condor“ war am 6. Februar vor der Insel Fehmarn gesunken. Der 52 Jahre alte Kapitän und der 45 Jahre alte Decksmann wurden noch am selben Tag tot geborgen. Die Obduktion der Leichen hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kiel keine Hinweise auf Gewalteinwirkung ergeben. Der Kutter hatte kein Notsignal gesendet und am 6. Februar herrschte kein stürmisches Wetter. Polizeitaucher hatten bei einer Inspektion des Wracks auch keine Hinweise auf eine Schiffskollision gefunden. Der Kutter war erst Tage später nach einer aufwendigen Suche geortet worden.

Laut NDR hat ein Sachverständiger herausgefunden, dass die Fischer die Ladung oben an Deck und nicht im Laderaum gestaut hatten. Berechnungen hatten demnach ergeben, dass der Kutter dann Schlagseite bekommen und ein stark eingeschlagenes Ruder bei einem Wendemanöver zum Kentern geführt haben muss.