Landesparteitag

SPD nominiert Ministerpräsident Albig zum Spitzenkandidaten

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident (Mitte) Torsten Albig beim Landesparteitag der SPD in Neumünster

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident (Mitte) Torsten Albig beim Landesparteitag der SPD in Neumünster

Foto: Axel Heimken / dpa

Torsten Albigs Ziel ist Platz eins bei der Landtagswahl im kommenden Mai. Er will das Land zu einer Modellregion machen.

Neumünster.  Schleswig-Holsteins SPD setzt bei der Landtagswahl im Mai auf Sieg und auf Ministerpräsident Torsten Albig. Ein Landesparteitag nominierte den 53-Jährigen am Sonnabend per Akklamation als Spitzenkandidaten. Landeschef Ralf Stegner und Albig zeigten sich vor rund 200 Delegierten in den Holstenhallen kämpferisch und siegessicher. Mit Blick auf die CDU sagte der Regierungschef: „Wir dürfen ihnen das Land nicht zurückgeben, weil es in unseren Händen besser aufgehoben ist.“

Albig ist überzeugt: „Wir werden am 7. Mai 2017 um 18 Uhr die stärkste Partei im schleswig-holsteinischen Landtag sein.“ Der Sozialdemokrat will das aus seiner Sicht nicht nur erfolgreiche, sondern auch konfliktfreie Bündnis mit Grünen und SSW fortsetzen. „Die fünf Jahre reichten noch nicht. Wir haben noch so viel zu tun.“ Als wichtigste Ziele nannte er die Bildung, die Entlastung von Familien und die Chancengleichheit in der Gesellschaft.

Keine Angstmacher in Parlamenten

Albig will Schleswig-Holstein zu einer Modellregion in sozialer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht entwickeln. Sein Ziel sei „ein Land, das einen klaren, humanen Kurs hat“. Angstmacher in den Parlamenten brauche es nicht. „Es reicht, wenn Rot, Grün und Blau Erfolg haben.“

„Wahlkämpfe in unserem Land sind immer spannend, vielleicht wird er auch hart“, sagte Albig. Aber er werde sich auf keine Schlammschlachten einlassen. Weil die SPD mehr Einigkeit zeige als die politische Konkurrenz „werden wir die Wahl gewinnen“.

Zuvor hatte Landeschef Ralf Stegner seine Partei zu Geschlossenheit aufgerufen. Die Genossen müssten „alles lassen, was uns schadet“. Die Opposition werde den Wahlkampf „wahrscheinlich laut und schrill“ führen. „Wenn sie mit Tiefschlägen kommen, stehen wir drüber.“ Wahlen im Norden gingen immer eng aus. Die Genossen dürften sich nicht täuschen lassen. „Die Schwäche der Union nutzt uns gar nichts.“ Die SPD habe aber die besseren Argumente.

„Die Menschen merken, was gerecht ist“

Stegner verwies auf die Erfolge der Regierung vom Einstieg in die Kostenlos-Krippe bis hin zum ausgeglichenen Haushalt. Ein wichtiger Punkt im SPD-Wahlprogramm, über das die Partei in Neumünster abschließend beriet, ist die frühkindliche Bildung. Die SPD will Eltern ab 2018 für Kinder im ersten Kita-Jahr 100 Euro geben. 2019 und 2020 sollen Zuschüsse für das zweite und das dritte Kita-Jahr folgen. 2021 soll dann die nächste Entlastung für die Krippen folgen.

Nach Stegners Ansicht sind die Unterschiede zwischen den großen Volksparteien im Norden besonders groß. Auch deshalb prophezeite er der AfD hier „das schlechteste Ergebnis, dass sie bundesweit erzielen“. Die Menschen merkten, was gerecht sei. Die SPD habe einen „guten Ministerpräsidenten, den haben die anderen nicht“.

Albig will für den „Zusammenhalt in unserem Land“ kämpfen und für mehr Chancengleichheit sorgen. Seine Vorfahren seien kleine fränkische Bauern gewesen. „Ich bin stolz, dass ich der erste in meiner Familie bin, der sich die Tür selbst aussuchen konnte.“ Er wisse, woher er komme und werde sich deshalb weiter für die Schwachen einsetzen. Denn: „Es ist noch nicht erledigt.“