Schleswig-Holstein

Ehemann erstochen - Gericht verhängt lebenslange Haftstrafe

Der Fall wurde vor dem Lübecker Landgericht verhandelt

Der Fall wurde vor dem Lübecker Landgericht verhandelt

Foto: Markus Scholz / dpa

Die Angeklagte hat gestanden, das Opfer mit 14 Messerstichen getötet zu haben. Nebenkläger sind die minderjährigen Kinder des Paares.

Lübeck. Für den heimtückischen Mord an ihrem Ehemann muss eine 43 Jahre alte Angeklagte lebenslang in Haft. Das Lübecker Landgericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die Frau ihren schlafenden Mann im Oktober 2015 in Kabelhorst (Kreis Ostholstein) mit zahlreichen Messerstichen tötete. Sie sei dabei gezielt vorgegangen, sagte der Vorsitzende Richter Christian Singelmann. „Sie war nicht die wehrlose Frau aus Afrika, als die sie sich darstellte.“ Vielmehr habe die aus Kamerun stammende Angeklagte „das größte und schärfste Messer“ aus der Küche geholt, um ihren arg- und wehrlosen Mann zu töten. 14 Mal stach sie dabei auf seinen Kopf und Körper ein, der 58-Jährige verblutete. „Er hatte keine Chance“, sagte Singelmann.

Richter erkannte keine Affekttat

Mit dem Urteil folgte die Strafkammer den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Entschieden wandte sich der Vorsitzende Richter gegen die Darstellung des Verteidigers, es habe sich um die Affekttat einer schwer gedemütigten Frau gehandelt. „Sie war nicht das kleine Mäuschen, das alles in der Ehe mit sich machen ließ“, sagte er unter Bezug auf das psychiatrische Gutachten.

Die Angeklagte präsentierte mehrere Tatversionen und gestand erst im Prozess. Demnach hatte sie nach schweren Demütigungen durch ihren Mann am 22. Oktober 2015 die Kontrolle verloren und zugestochen. Die zwei kleinen Kinder des Paares sind in dem Prozess Nebenkläger. Sie leben in einer Pflegefamilie.