Bohrschlamm

Minister Habeck: Das Trinkwasser ist sicher

Robert Habeck (Grüne) gibt Entwarnung

Robert Habeck (Grüne) gibt Entwarnung

Foto: Markus Scholz/Archiv

Bohrschlamm wurde im Norden als Altlast aus der Erdölförderung jahrzehntelang in Gruben gekippt. Auch Trinkwassergebiete betroffen.

Kiel. In Schleswig-Holstein könnte sich nach Angaben des Umweltministeriums an etwa 100 Orten sogenannter Bohrschlamm als Altlast aus der Erdölförderung befinden. „Es handelt sich hierbei um Verdachtsflächen, der Sachstand ist noch nicht geklärt“, sagte eine Ministeriumssprecherin am Donnerstag in Kiel. Ein Gutachten und dann weitere Untersuchungen seien geplant. Zu den Verdachtsflächen gehören auch Trinkwassereinzugsgebiete. Zunächst hatte NDR Info berichtet und auf eine Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage der Piraten-Landtagsfraktion verwiesen.

Die Verbraucher müssten sich keine Sorgen beim Verzehr von Trinkwasser machen, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. „Das Trinkwasser ist sicher. Das Wasser wird so intensiv wie kein anderes Lebensmittel untersucht.“ Zwar gebe es auch in Wassereinzugsgebieten neun Verdachtsfälle. „Würden sie jedoch das Trinkwasser berühren, wäre das längst gesperrt worden. Auch dort kann man unbedenklich weiter das Wasser aus dem Wasserhahn trinken.“

Das Ministerium erfasse die Bohrschlämme bereits seit 2014 gesondert, sagte Habeck. „Man muss wissen, dass wir in Schleswig-Holstein 10 000 Altlasten-Verdachtsfälle haben.“ Davon seien die Bohrschlamm-Fälle nur ein kleiner Teil. Möglicherweise gebe es im Land andere Altlasten, die noch bedenklicher seien wie beispielsweise von Chemiewerken oder chemischen Reinigungen. „Nicht richtig ist, dass wir uns darum nicht gekümmert haben“, sagte Habeck.

( dpa )