Direktflüge

Immer mehr Flugreisen nach Sylt – auch von Hamburg aus

Der Flughafen Sylt erwartet in diesem Jahr 160.000 Passagiere

Der Flughafen Sylt erwartet in diesem Jahr 160.000 Passagiere

Foto: Flughafen Sylt

Die Preise haben es in sich: Schon fast viermal so viele Passagiere wie vor zehn Jahren landen in Westerland. Es gibt neun Direktflüge.

Sylt.  Der Süden fliegt auf Sylt: Pünktlich zum Start in die Feriensaison gibt es zwei weitere innerdeutsche Flugverbindungen auf die Nordseeinsel. Die süddeutsche Fluggesellschaft Rhein-Neckar Air fliegt vom 16. Juli an dreimal wöchentlich von Mannheim direkt nach Westerland. In 90 Minuten sind die Reisenden am Ziel. Dazu kommt ein wöchentliches Saisonangebot zwischen Sylt und Münster/Osnabrück. „Damit haben wir jetzt neun Direktverbindungen“, sagte Peter Douven, Geschäftsführer der Flughafen Sylt GmbH, dem Abendblatt. In der Sommersaison werde Sylt täglich bis zu dreimal von insgesamt vier Airlines angeflogen.

50 Minuten Flugzeit

So sicher wie Ebbe und Flut peilen die Piloten im Rhythmus des Sommerflugplans „die Insel“ an: Direktverbindungen gibt es auch mit Hamburg, Frankfurt am Main, Stuttgart, Nürnberg, München und Zürich. Dazu kommt Düsseldorf – die rheinische Metropole steht das ganze Jahr über auf dem Sylter Flugplan.

Linienflüge ins norddeutsche Urlaubsparadies sind längst zur cleveren Alternative für lange Auto- oder Bahnfahrten und wetterabhängige Schiffstransfers geworden. Sowohl die ganz Großen der Branche wie Air Berlin als auch regionale Fluggesellschaften wie Sylt Air fliegen zum Eiland.

Wer in Hamburg startet, landet bereits 50 Minuten später auf Sylt. Der Preis für Hin- und Rückflug mit Sylt Air zum Beispiel liegt bei rund 500 Euro. Lange Wartezeiten vor dem Hindenburgdamm bei einer Anreise mit dem Auto entfallen. Und die Kosten für die Überfahrt auch.

Flughafen erwartet 160.000 Passagiere

Die Passagierzahlen in Westerland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Peter Douven: „Wir erwarten in diesem Jahr 160.000 Flug­gäste. Vor zehn Jahren waren es 45.000.“ Lufthansa und Air Berlin befördern seit längerer Zeit die meisten Touristen. Die Lufthansa-Maschinen starten in München und Frankfurt. Bei Air Berlin steht München–Sylt bereits seit 2007 im Sommerfahrplan. „Sylt ist für unsere innerdeutschen Verbindungen ein wichtiger Markt geworden“, sagt eine Airlinesprecherin.

Während Air Berlin einen Airbus einsetzt, schickt die Fluggesellschaft Rhein-Neckar Air mit Sitz in Mannheim eine Maschine vom Typ Dornier 328 in den Norden. Der Hinflug kostet zum Beispiel ab Münster/Osnabrück zwischen 99,50 und 349,50 Euro, inklusive 20 Kilogramm Freigepäck. „Wir legen wie immer großen Wert darauf, dass sich unsere Gäste an Bord wohlfühlen. Dazu zählt auch ein attraktives Angebot regionaler Köstlichkeiten, das im Preis enthalten ist“, sagte Dirk Eggert, Geschäftsführer der Rhein-Neckar Air GmbH. Es gebe eine komplette Bordverpflegung.

Schwierige Marktbedingungen im Inland

Den Insulanern ist der Rummel, den der steigende Flugverkehr mit sich bringt, nicht immer recht. Vor allem der wachsende Fluglärm während der Sommermonate löst immer mal wieder Unmut aus. Auf die Kritik reagiert Flug­hafenchef Douven so: „Den Lärm­gegnern sage ich seit Beginn der Diskussionen, dass wir die Grenzwerte des Fluglärmgesetzes noch nie erreicht haben.“

Tourismus ohne An- und Abreise funktioniere eben nicht. Die Insel Sylt lebe aber „ausschließlich vom Tourismus. Da können im Jahresdurchschnitt zwei bis drei Linienmaschinen pro Tag kein Problem sein“, fügt er hinzu. „Vielmehr stellen die Flugverbindungen für die Insel in Anbetracht ihrer Randlage und anachronistischer Bahnverbindungen eine zeitgemäße Erreichbarkeit sicher.“

Geschäftsleute und Hoteliers freuen sich ohnehin über den touristischen Steigflug. Angesichts der seit einigen Jahren sinkenden durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Gäste auf der Insel gewinne die Zeit sparende Anreise per Flug zunehmend an Bedeutung, sagt Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft. Und Flughafen-Geschäftsführer setzt sogar auf einen neuen Markt: „Im Köln-Bonner-Raum gäbe es noch zu erschließende Potenziale“, sagt er. Weitere Airlines für innerdeutsche Verbindungen seien aber kaum mehr vorhanden, weil sie an den schwierigen Marktbedingungen im Inland gescheitert seien.