Kiel

Sprengstoffanschlag auf AfD – Staatsschutz ermittelt

Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der AfD, Thomas Thomsen. In Kiel wurde die Landesgeschäftstelle der rechtspopulistischen Partei erneut Ziel eines Anschlags

Foto: Axel Heimken / dpa

Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende der AfD, Thomas Thomsen. In Kiel wurde die Landesgeschäftstelle der rechtspopulistischen Partei erneut Ziel eines Anschlags

Laut AfD zeigt ein Überwachungsvideo, dass ein Täter mit einem Hammer auf die Scheibe einschlug. Dann wurde der Sprengstoff platziert.

Kiel.  Unbekannte haben in der Nacht zum Freitag einen Sprengstoffanschlag auf die Landesgeschäftsstelle der rechtspopulistischen AfD in Kiel verübt. Im Eingangsbereich seien zwei sogenannte Polenböller an zwei Fensterscheiben geklebt und gezündet worden, teilte das Landeskriminalamt mit. Der Sachschaden betrage mindestens 1000 Euro. Niemand sei verletzt worden, sagte eine Sprecherin.

Nach Angaben der AfD zeigt ein Überwachungsvideo, dass ein Täter mit voller Kraft mit einem Hammer auf eine Scheibe einschlug, sodass die äußere Sicherheitsverglasung zersplitterte. Ein zweiter Täter habe einen Feuerwerkskörper an die benachbarte Scheibe gegeklebt und ihn gezündet. Diese Scheibe habe jedoch standgehalten, zurückgeblieben sei ein großer Rußfleck.

Letzter Angriff auf die AfD war im Oktober

"Dieser erneute Angriff auf die AfD geschah wenige Tage, nachdem neue Fensterscheiben eingesetzt wurden", teilte die AfD mit. "Diese waren Ende Oktober von Linksradikalen zum Teil zerstört worden. Im Februar erfolgte eine weitere Attacke." Der AfD-Landesverband Schleswig-Holstein habe Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und "Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion" gestellt.

Zeugen sahen laut LKA zwei Menschen vom Tatort flüchten. Ein möglicher Täter sei zu Fuß verschwunden, der andere mit dem Fahrrad. "Da von einem politisch motivierten Gewaltverbrechen ausgegangen wird, hat die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes die Ermittlungen aufgenommen", gab das LKA an. Es rief Zeugen auf, sich bei der Polizei zu melden.

Der stellvertretende Vorsitzende Volker Schnurrbusch meinte, die von den Altparteien angefachte Hetze gegen die AfD falle bei radikalisierten Jugendlichen offenbar auf fruchtbaren Boden. "Solche Angriffe haben nichts mit politischer Auseinandersetzung zu tun, sondern sind feige Straftaten", sagte Schnurrbusch.

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