Wahl

Der Vierkampf ums Amt des Flensburger Oberbürgermeisters

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Steht zur Wiederwahl und hat drei Konkurrenten: Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber

Steht zur Wiederwahl und hat drei Konkurrenten: Flensburgs Oberbürgermeister Simon Faber

Foto: dpa

Am 5. Juni muss sich der von der Partei der dänischen Minderheit unterstützte Amtsinhaber Simon Faber erstmals der Wiederwahl stellen.

Flensburg.  In knapp fünf Wochen entscheidet sich das Rennen um den Flensburger Chefsessel. Bei der Oberbürgermeisterwahl am 5. Juni muss sich der von der Partei der dänischen Minderheit (SSW) unterstützte Amtsinhaber Simon Faber erstmals der Wiederwahl stellen. Drei Kandidaten fordern den 47-Jährigen heraus.

Hinter der Kriminalpolizistin und SPD-Landtagsabgeordneten Simone Lange (39) steht ein breites Bündnis aus SPD, Grünen und CDU. Die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin präsentiert sich betont überparteilich. „Die OB-Wahl ist und bleibt eine Personenwahl und hat mit Ideologien wenig zu tun“, erklärte sie.

Von gleich drei Parteien unterstützt zu werden sei eine große Chance für die Stadt. Lange wirbt mit einem ausführlichen Programm, das Ideen aller drei Parteien enthält, für Veränderung. „Flensburg hat viel PS, aber um die Stärken zu nutzen muss auch der Vorwärtsgang eingelegt werden“, findet Lange.

Amtsinhaber Faber verweist dagegen auf eigene Erfolge. „Es geht in den wichtigen Gebieten wie Beschäftigung, Investitionen, Haushalt, Kitaplätze, Wohnraum, Tourismus und der Einwohnerzahlen spürbar voran“, sagt Faber. In der deutsch-dänischen Grenzregion sieht er aber noch starke Entwicklungsmöglichkeiten für die 85 000-Einwohner-Stadt. Vor seinem Amtsantritt arbeitete Faber beim Parlament in Kopenhagen als kulturpolitischer Referent und Vertreter für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein.

Während seine Herausforderer bereits seit Wochen im Wahlkampf sind, ist es um Faber aber noch still. Die Bürger könnten erwarten, dass ein Oberbürgermeister seinen Amtsgeschäften nachgehe statt in der Ladenstraße Eigenwerbung zu machen, teilt er auf Facebook mit. Erst ab dem 12. Mai, rund dreieinhalb Wochen vor der Wahl, will auch er für seine Ideen werben.

Da die Christdemokraten auf einen eigenen Kandidaten verzichtet haben, schielt FDP-Stadtrat Kay Richert (42) auf bürgerlich-konservative Wähler, die eine Alternative zu Faber und Lange suchen. Richert, der beim letzten Mal bereits als unabhängiger Kandidat angetreten war und 13,2 Prozent der Stimmen holte, wirbt mit dem Slogan „Mit Sicherheit der Beste“. Außerdem will der Beamte in der Wehrverwaltung die Wirtschaft in der drittgrößten Stadt Schleswig-Holsteins ankurbeln. „Wirtschaft ist die Voraussetzung für Wohlergehen“, sagte er.

Der selbstständige Optiker Jens Drews (parteilos) ist in der Fördestadt als Kulturförderer und Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Flensburger Gilde bekannt. Der 53-Jährige verweist auf seine Netzwerke, mit denen er etwas bewegen könne, und zielt ebenfalls auf bürgerliche Wähler. Politisch, sagte er, gebe es „in fast allen Programmen unterstützenswerte Punkte“.