Schleswig-Holstein

Flüchtlingsheim abgebrannt – Bewohner weinend auf der Straße

Schwer erschütterte Bewohner mussten daran gehindert werden, ins Haus zurückzukehren. Feuerwehr rettet 14 Menschen.

Kollmar. Die Flammen schlugen schon meterhoch aus dem Flüchtlingsheim, als die Feuerwehr am Dienstagnachmittag in Kollmar(Steinburg) anrückte. Gegen 16.04 Uhr war der Alarm eingegangen, sofort hatten sich die Retter mit vier Wehren auf den Weg gemacht. In dem großen alten Backsteinbau leben seit einiger Zeit Flüchtlinge aus Bürgerkriegsgebieten.

"14 Menschen konnten sich aus dem Gebäude retten", sagte Polizeisprecher Hans-Werner Heise aus Itzehoe. Eine Person habe sich beim Sprung aus dem Obergeschoss verletzt. Sie erlitt vor allem Schnittwunden und wurde in ein Krankenhaus gebracht."

Bewohner sind schwer erschüttert

Nach Augenzeugenberichten sind die Bewohner, darunter sechs Kinder, schwer erschüttert, einige saßen weinend auf der Straße. Nachbarn hinderten andere daran, noch einmal in das brennende Haus zurückzukehren. Es stürzte teilweise ein. Sie müssen jetzt anderweitig untergebracht werden. Offenbar sollten sie in die Erstaufnahmeeinrichtung nach Glückstadt gebracht werden.

Die Nachlöscharbeiten dauerten am frühen Abend noch an. Die Unterkunft ist nach Angaben des Polizeisprechers unbewohnbar. Noch ist unklar, warum der Brand ausbrach. "Wir ermitteln in alle Richtungen", so Heise. Auch Brandstiftung werde nicht ausgeschlossen.

Die Stimmung in Kollmar sei ruhig. Die Flüchtlinge würden akzeptiert, betonte er. Auch der Bürgermeister Klaus Kruse reagierte erschüttert auf den Großbrand, der so viele Menschenleben gefährdet hatte.