Schleswig-Holstein

Lebensgefahr für Halter: Bunthörnchen untersuchen lassen

Das Virus ist für die Tiere ungefährlich, kann bei Menschen aber eine lebensbedrohliche Enzephalitis auslösen

Das Virus ist für die Tiere ungefährlich, kann bei Menschen aber eine lebensbedrohliche Enzephalitis auslösen

Foto: Jerry Oldenettel/Flickr/dpa

Bei Bunt- und Schönhörnchen in Schleswig-Holstein ist ein Virus nachgewiesen worden, das für Menschen lebensgefährlich sein kann.

Kiel.  Das schleswig-holsteinische Umweltministerium rät allen Haltern von Bunt- und Schönhörnchen, ihre Tiere auf einen für Menschen gefährlichen Erreger untersuchen zu lassen. Das Bunthörnchen-Bornavirus 1 (Variegated Squirrel 1 Bornavirus) sei bei einzelnen Bunthörnchen und Schönhörnchen nachgewiesen worden, darunter auch Tieren aus Schleswig-Holstein, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Umfangreiche Untersuchungen deuteten darauf hin, dass sich mehrere Menschen an infizierten Hörnchen angesteckt haben. Die betroffenen Menschen erkrankten demnach an einer schweren Gehirnentzündung, die nach wenigen Monaten zum Tod führte. Die mit dem VSBV-1 infizierten Bunt- und Schönhörnchen zeigten keine Krankheitssymptome.

Haltern wird zur Vorsicht im Umgang mit den Tieren geraten

Ob sich die Tiere in Deutschland angesteckt haben oder der Erreger mit Tierimporten nach Deutschland gelangte, ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts noch nicht bekannt. Der wahrscheinlichste Übertragungsweg zwischen den Hörnchen und auf den Menschen sind Kratz- oder Bissverletzungen. Daher wird den Tierhaltern Vorsicht im Umgang mit den Tieren und gegebenenfalls entsprechende Schutzmaßnahmen vor Verletzungen empfohlen.

Das Ministerium bittet Halter, sich bei den für sie zuständigen Veterinärämtern zu melden, um die Tierbestände zu erfassen. Die Untersuchungen auf den Erreger seien für private Tierhalter kostenlos.