Kreis Plön

Schloss Salzau: Aus für luxuriöse Flüchtlingsunterkunft

Das Schloss diente seit September als Folgeunterkunft für bis zu 320 Flüchtlinge. Jetzt leben nur noch 68 Menschen dort.

Die Landesregierung will die Flüchtlingsunterkunft auf Schloss Salzau (Kreis Plön) schließen. „Der personelle Aufwand für kleinere Einrichtungen ist unverhältnismäßig größer als für größere Unterkünfte“, sagte Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) am Freitag. Außerdem sei die Einrichtung abgelegen. Voraussichtlich bis Ende März sollen die letzten Hilfesuchenden von dort auf Gemeinden verteilt werden.

Nach Angaben des Innenministeriums bietet die Unterkunft Platz für 320 Flüchtlinge. Derzeit sind dort aber lediglich 68 Menschen untergebracht. Erst im September hatte die Landesregierung entschieden, Schloss Salzau als weitere Erstaufnahmestelle zu nutzen. Den geplanten Verkauf der Immobilie hatte Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) zuvor gestoppt.

In der kleinen Gemeinde lebten nur 36 Menschen bevor die Flüchtlinge dort ankamen, dann verzehnfachte sich die Einwohnerzahl. Die Salzauer zogen sich zunächst zurück und verharrten in Beobachtung. „Sie gucken sich das mit großer Spannung an“, sagte Christian Pagel, ehrenamtlicher DRK-Vorsitzender im Plöner Land damals. „Aus sicherer Entfernung.“ Probleme mit den Flüchtlingen gab es jedoch nicht.

Der Monumentalbau ist eine sogenannte Folgeunterkunft. Die Flüchtlinge kommen aus den Erstaufnahmeeinrichtungen hierher. Um sie kümmern sich 20 ehrenamtliche Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Plöner Land. Menschen aus Afghanistan, Albanien, Armenien, Eritrea, Irak, Iran, Jemen, Kosovo, Serbien und Syrien kamen hier unter. Geschlafen wird hier unter Stuck und Kronleuchtern.

Das größte Herrenhaus Schleswig-Holsteins ist als Flüchtlingsunterkunft wohl einmalig. „Eigentlich zu groß für die Anzahl von Menschen“, sagte Pagel. Andererseits optimal, weil sich die Menschen auch mal aus dem Weg gehen können. Das trägt zur Entspannung bei.