Niebüll/Westerland

Bahnkonkurrent startet Testfahrten mit Autozug nach Sylt

Mit den neuen Flachwagen will RDC Autos vom Festland nach Sylt transportieren und tritt damit in Konkurrenz zur Deutschen Bahn

Mit den neuen Flachwagen will RDC Autos vom Festland nach Sylt transportieren und tritt damit in Konkurrenz zur Deutschen Bahn

Foto: Markus Scholz / dpa

Von Montag an wird es regelmäßig Probefahrten auf der Verbindung zwischen Festland und Insel geben. Los geht es mit der Lokomotive.

Niebüll/Sylt. Die Railroad Development Corporation Deutschland (RDC D) startet am kommenden Montag als Konkurrent der Deutschen Bahn regelmäßige Testfahrten mit dem Autozug Sylt I auf der Verbindung zwischen Niebüll und Westerland/Sylt . Das teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Zunächst kommt die RDC-Lokomotive (Typ MaK ME 26) zum Einsatz, später dann der komplette Autozug. Das Betriebspersonal erhält Schulungen unter anderem für die Verladeterminals in Niebüll und Westerland/Sylt. Die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) wird als verkehrsdurchführendes Eisenbahnverkehrs­unternehmen für den Autozug Sylt fahren. Da die NOB-Mitarbeiter noch bis Dezember 2016 anderweitig eingesetzt sind, stellt eine Schwestergesellschaft der Transdev-Gruppe, zu der auch die Nord-Ostsee-Bahn gehört, das Betriebspersonal.

Die Schulungsfahrten des Autozug Sylt finden regelmäßig wochentags statt, nur vereinzelt an Wochenenden. Es soll jeweils ein bis drei Fahrten pro Richtung geben. Der reguläre Betrieb des neuen Autozug Sylt soll im Februar beginnen.

Fahrgäste erwarten derweil Chaos auf der Strecke nach Sylt. Bei der An- und Abreise dürfte es spätestens von Februar zu massiven Verzögerungen kommen, weil deutlich mehr Verkehr auf der Bahnstrecke zwischen Westerland auf Sylt und dem Festland verkehrt. Dann befahren die Deutsche Bahn mit dem Sylt Shuttle und RDC Deutschland mit dem Autozug Sylt täglich die Strecke. "Durch das Rangieren beim neuen Sylt-Shuttle plus der Deutschen Bahn dürfte es schwierig werden, den Fahrplan einzuhalten. Natürlich hat das dann auch Auswirkungen auf die anderen Züge auf dieser stark belasteten Strecke, und die Fahrgäste müssen mit Verspätungen rechnen", sagte Sprecher Dennis Fiedel von der NAH.SH, die für das Land Schleswig-Holstein für den Schienenpersonennahverkehr verantwortlich ist.

„Leider sind die bekannten Rangierkonflikte in den Bahnhöfen von den Zuständigen bislang nicht gelöst worden. Wir können nun nicht länger mit der Aufnahme der Schulungsfahrten warten, da diese zur Vorbereitung unseres Regelbetriebs zwingend notwendig sind. Selbstverständlich bemühen wir uns aber bestmöglich, den Streckenbetrieb damit so wenig wie möglich zu belasten“, sagt Carsten Carstensen, Geschäftsführer RDC D.