Schleswig-Holstein

Küstenfischer im Norden zufrieden mit der Saison

ARFischkutter liegenim Hafen von Büsum. Schleswig-Holsteins Küstenfischer sind mit der Saison 2016 zufrieden

ARFischkutter liegenim Hafen von Büsum. Schleswig-Holsteins Küstenfischer sind mit der Saison 2016 zufrieden

Foto: Carsten Rehder / dpa

40.000 Tonnen Fisch im Wert von mehr als 45,8 Millionen Euro haben sie aus dem Wasser gezogen. Greenpeace kritisiert neue Fangquoten.

Rendsburg.  Schleswig-Holsteins Küstenfischer können sich diesem Jahr zufrieden die Hände reiben. Die Saison 2015 lief gut. „Man konnte in diesem Jahr Geld verdienen“, sagte Claus Ubl vom Deutschen Fischerei-Verband in Hamburg. Die Erzeugerpreise seien in diesem Jahr ein bisschen höher als im Vorjahr gewesen. Dazu kommen die derzeit günstigen Preise für Dieseltreibstoff. „Zusammen ergibt das ein relativ gutes Ergebnis“, sagte Ubl.

„Kurz vor Jahresende waren bei vielen Fischarten die zugewiesenen Quoten fast ausgefischt“, sagte Ubl. Die Fischer landeten knapp 21 000 Tonnen Hering an, über 6600 Tonnen Seelachs, rund 5400 Tonnen Scholle, mehr als 4000 Tonnen Dorsch, knapp 1900 Tonnen Kabeljau, rund 730 Tonnen Seezunge und 400 Tonnen Kaisergranat („norwegischer Hummer“) an. Die Kutter- und Küstenfischer erwarten daraus nach Angaben des Deutschen Fischerei-Verbandes Gesamterlöse von mehr als 45,8 Millionen Euro.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE betreiben in der Ostsee insgesamt 877 Kutter Küstenfischerei. Dazu kommen noch zwei Dutzend Frischfisch-Fischer in der Nordsee.

Die Ostseefischer werden im kommenden Jahr weniger Dorsch anlanden dürfen. Laut Beschluss der EU-Staaten sinkt die Fangmenge im Vergleich zum laufenden Jahr um 20 Prozent. Dagegen klettert die Quote beim Hering vor der deutschen Küste im kommenden Jahr um 18 Prozent. Die Schollen-Quote steigt ebenfalls um 18 Prozent, die Quote für den Lachs bleibt unverändert, bei der Sprotte sinkt sie um 5 Prozent.

In der Nordsee werden die Fangmengen für Schellfisch im kommenden Jahr um rund 36 Prozent erhöht, für Scholle um 19 Prozent, für Hering um 16 Prozent und für Kabeljau um 15 Prozent. Die Seelachs-Quote wird praktisch unverändert bleiben, während bei der Makrele die Fangmenge um 14 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr sinkt.

Die Erhöung der Fangmente für Kabeljau, Schellfisch und Hering in der Nordsee durch die EU-Minister sieht die Umweltorganisation Greenpeace kritisch. Thilo Maack, Greenpeace-Meeresexperte : „Auch wenn sich einige Bestände allmählich erholen, sind immer noch 40 Prozent der Speisefisch-Bestände in der Nordsee überfischt. Auch die höhere Fangquote für den Nordseekabeljau hinterlässt einen bitteren Beigeschmack, wenn man bedenkt, dass der Bestand zwanzig Jahre lang als überfischt galt. Die Begeisterung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, der von einer explosionsartiger Vermehrung des Nordseeherings spricht, verhallt in den wissenschaftlichen Fakten, denn der Nordseeheringsbestand stagniert. Außerdem setzt Minister Schmidt ein falsches Signal in Richtung Verbraucher. Fisch sollte als Delikatesse betrachtet werden, für die man sich selten und bewusst entscheidet.“

Der Greenpeace-Einkaufsratgeber Speisefisch

Der neue Greenpeace-Einkaufsratgeber für Speisefisch erscheint im Januar 2016. Das Verbraucherheft berücksichtigt neben dem Zustand der Fischbestände auch die Auswirkungen der Fischereiart bzw. Aquakulturmethode und etwaige soziale Aspekte, wie zum Beispiel Menschenrechtsverletzungen.