Schleswig-Holstein

Brandstiftung war Ursache für Feuer in Heider Altstadt

| Lesedauer: 2 Minuten

In der Nacht zu Mittwoch zerstörte ein Feuer in der Heider Altstadt drei Gebäude. Ein technischer Defekt wurde ausgeschlossen.

Heide. Ein Feuer in Heide (Kreis Dithmarschen), bei dem drei Häuser in der Altstadt zerstört wurden, ist vorsätzlich gelegt worden. Es müsse definitiv von Brandstiftung ausgegangen werden, teilte die Polizei Itzehoe am Mittwochabend mit. Hinweise auf mögliche Täter und deren Motive gab es zunächst nicht. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln mit Hochdruck. Das Feuer hatte in der Nacht zum Mittwoch einen Millionenschaden verursacht. Die 16 Bewohner, darunter auch sechs Flüchtlinge, konnten sich unverletzt aus den Gebäuden retten.

„An Spekulationen über einen Brandanschlag mit ausländerfeindlichem Hintergrund werden wir uns nicht beteiligen“, sagte Polizeisprecher Hans-Werner Heise.

Das Feuer war vermutlich in einem Schuppen im hinteren Bereich ausgebrochen und hatte sich durch die drei Gebäude hindurchgefressen. Nach der Untersuchung der Brandstelle durch Polizeibeamte und einen Sachverständigen könne eine technische Ursache ausgeschlossen werden, erklärte Heise.

Bagger mussten Wände und Mauern einreißen

Bis zu 220 Feuerwehrleute waren eingesetzt, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Gebäude zu verhindern. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, da die Häuser in dem Bereich eng verschachtelt stehen. Ein Statiker sperrte die Gebäude noch während des Einsatzes wegen Einsturzgefahr. Um die letzten Brand- und Glutnester löschen zu können, musste ein Bagger Wände und Mauern einreißen. Der Gesamtschaden wurde auf rund eine Million Euro geschätzt.

Die Bundesstraße 5 wurde in der Ortsdurchfahrt Heide für die Dauer der Lösch- und Aufräumarbeiten mehrere Stunden lang voll gesperrt. Während des morgendlichen Berufsverkehrs kam es dadurch zu erheblichen Behinderungen.

Unmittelbar bevor der Brand entdeckt wurde wollen Zeugen einen Knall gehört haben, wie Heise berichtete. Der Zeuge, der das Feuer entdeckt und die Bewohner alarmiert habe, sei von einem ihm unbekannten Mann begleitet worden - „vom Aussehen her eher groß und sehr dünn“. Dieser Mann sei der Polizei noch nicht namentlich bekannt. Er werde gebeten, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen. Auch weitere Zeugen, die an der Brandstelle etwas beobachtet haben oder den Knall gehört haben, sollen sich bei der Polizei melden.

( HA/dpa )