Infektion in Erstaufnahme

Norovirus grassiert in Flüchtlingsunterkunft in Boostedt

Bewohner stehen in Boostedt am Zugang zu der Erstaufnahmeeinrichtung. Über 100 Bewohner sind hier am Norovirus erkrankt, drei Personen kamen bisher in ein Krankenhaus

Bewohner stehen in Boostedt am Zugang zu der Erstaufnahmeeinrichtung. Über 100 Bewohner sind hier am Norovirus erkrankt, drei Personen kamen bisher in ein Krankenhaus

Foto: Carsten Rehder / dpa

Mehr als hundert Flüchtlinge seien an dem hoch ansteckenden Virus erkrankt. Derzeit leben rund 2000 Menschen in der Erstaufnahme.

Boostedt.  In der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt grassiert das hoch ansteckende Norovirus. Mehr als hundert Flüchtlinge sind an der meldepflichtigen Infektion erkrankt, teilte der Kreis Segeberg am Montag mit. Drei Menschen mussten nach Angaben des Gesundheitsamtes mit einer akuten Magen-Darm-Grippe im Krankenhaus behandelt werden.

Dem Sicherheits- und Sanitätsdienst seien Desinfektionsmittel und Schutzkleidung übergeben worden. In den Gebäuden der ehemaligen Rantzau-Kaserne wurden nach Angaben der zuständigen Polizeibehörde aktuell 2000 Flüchtlinge gezählt, davon mehr als 500 Kinder und Jugendliche. Das Gesundheitsamt weiß bereits seit Freitag von der Norovirus-Erkrankungen.

Laut Gesundheitsamt keine Gefahr für Allgemeinheit

Noroviren sind ausgesprochen leicht übertragbar. Informationen in mehreren Sprachen zum Erkrankungsbild und zu treffende Maßnahmen wurde den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Eine Gefährdung für die Allgemeinbevölkerung besteht nicht, hieß es.

Noroviren verursachen Brechdurchfälle, die sehr plötzlich beginnen und ohne besondere Behandlung nach ein bis zwei Tagen enden. Patienten müssen nur in wenigen Fällen wegen Flüssigkeitsmangel und Kreislaufproblemen stationär behandelt werden.

Insbesondere für kleine Kinder kann das höchst ansteckende Virus sehr gefährlich werden. An einem wirksamen Medikament arbeiten Wissenschaftler bereits seit Jahrzehnten.