Kiel

Doppelmord auf Pferdehof – 29-jähriger Angeklagter schweigt

Spezialisten untersuchen im vergangenen November hinter einer Polizeiabsperrung im Dorf Haale  einen Brandort. Elf Monate nach dem Doppelmord an zwei Frauen auf ihrem Pferde-Hof wird das Verbrechen an vor dem Kieler Landgericht aufgerollt

Spezialisten untersuchen im vergangenen November hinter einer Polizeiabsperrung im Dorf Haale einen Brandort. Elf Monate nach dem Doppelmord an zwei Frauen auf ihrem Pferde-Hof wird das Verbrechen an vor dem Kieler Landgericht aufgerollt

Foto: Wolfgang Runge / dpa

Er war überschuldet und sollte den Opfern 8000 Euro zurückzahlen. Deshalb soll ein 29-Jähriger zwei Frauen brutal ermordet haben.

Kiel. Aus Furcht, dass das Kartenhaus seiner Schulden zusammenfällt, soll ein 29-Jähriger kaltblütig und hinterrücks zwei Frauen aus Haale (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ermordet haben. Wegen Doppelmords muss sich der Kfz-Mechaniker seit Mittwoch vor dem Landgericht Kiel verantworten, er bestreitet die Tat. Auf Rat seiner Verteidiger will er schweigen.

Der Angeklagte soll nach Schilderungen des Staatsanwalts am 18. November 2014 nach einem Streit mit den beiden Frauen um rund 8000 Euro zunächst der 57-jährigen Eignerin eines Pferdehofes von hinten in den Rücken geschossen haben. Der schwer verletzt auf dem Bauch liegenden Frau schoss er dann noch gezielt durch den Hals. Sie wollte das Geld von dem Mann zurück, das sie ihm für einen gebrauchten Transporter gezahlt, das Fahrzeug aber nicht bekommen hatte, sagte Staatsanwalt Torsten Holleck. Die Frau verblutete.

Danach schnitt der Angeklagte der in den Pferdestall hinzueilenden Mutter zuerst von hinten die Kehle durch, sagte Holleck. Dann habe er der noch lebenden 83-Jährigen in den Hinterkopf geschossen, um nicht als Täter identifiziert zu werden.

Die Anklage gegen den 29-Jährigen lautet auf Mord aus Habgier, zur Verdeckung einer Straftat und im zweiten Fall auch aus Heimtücke. Nach der Tötung der Frauen zog der Angeklagte die Leichen in die Stallgasse, überschüttete sie mit Stroh und Treibstoff und zündete sie an. Das Feuer wurde von einem vorbeifahrenden Autofahrer entdeckt. Er alarmierte die Feuerwehr. Der 29-Jährige wurde eine Woche später festgenommen. Der Kfz-Mechaniker sei völlig überschuldet gewesen.

Das Kieler Landgericht hat für den Indizienprozess mehr als 30 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das Urteil wird Mitte Dezember erwartet.