Schleswig-Holstein

Prozess um Kieler Pfandhaus-Raub geplatzt

Polizeibeamte eines Spezialeinsatzkommandosin Schleswig (Schleswig-Holstein) im Verhandlungssaal des Landgerichtes hinter und neben den Angeklagten. Am Montag wurde das Verfahren ausgesetzt

Polizeibeamte eines Spezialeinsatzkommandosin Schleswig (Schleswig-Holstein) im Verhandlungssaal des Landgerichtes hinter und neben den Angeklagten. Am Montag wurde das Verfahren ausgesetzt

Foto: Carsten Rehder / dpa

Offenbar gab es Fehler bei der Besetzung des Schöffengerichts. Nun soll die Hauptverhandlung Anfang November neu eröffnet werden.

Schleswig.  Bereits nach einem Verhandlungstag ist der Mammutprozess gegen zwölf mutmaßliche Mitglieder einer osteuropäischen Räuberbande ausgesetzt worden.

Grund sei eine Besetzungsrüge gegen das Schöffengericht, sagte Landgerichtssprecherin Rebekka Kleine am Montag in Kiel. Demnach sind bei einem Ergänzungsschöffen und einer Schöffin die formalen Funktionen vertauscht worden. So hätte der Ergänzungsschöffe eigentlich die Funktion einer Schöffin auf der Richterbank innehaben sollen und umgekehrt.

Voraussichtlich Anfang November werde die Hauptverhandlung neu eröffnet, sagte Kleine. Zuständig für den Prozess mit rund 60 Verfahrensbeteiligten ist das Landgericht Kiel. Aus Platzmangel wurde die Verhandlung aber in das Oberverwaltungsgerichts in Schleswig verlegt.

Den Männern im Alter von 22 bis 40 Jahren wird vorgeworfen, in wechselnder Zusammensetzung und Verantwortung mehrere Überfälle begangen zu haben. Angeklagt sind sie wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung sowie der Beihilfe dazu. Sie haben nach Erkenntnissen der Anklage im vergangenen Jahr unter anderem ein Pfandhaus in Kiel sowie einen Juwelier in Düsseldorf überfallen. Zudem sollen sie sich zu einem weiteren geplanten Überfall in München verabredet haben. Doch dazu kam es nicht mehr. Die Polizei griff vorher zu und nahm Mitglieder der Bande in München und Berlin fest