Baumesse in Neumünster

Albig eröffnet NordBau und fordert Ideen für Flüchtlinge

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD, l) und Prinz Joachim zu Dänemark eröffnen in Neumünster die Messe „NordBau“

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD, l) und Prinz Joachim zu Dänemark eröffnen in Neumünster die Messe „NordBau“

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

Ministerpräsident erinnert an sozialen Wohnungsbau nach dem Zweiten Weltkrieg und fordert Lösungen von Seiten der Bauindustrie.

Neumünster. Angesichts der vielen Flüchtlinge sieht Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) auch die norddeutsche Wohnungsbau-Wirtschaft in der Pflicht. „Ohne Bauindustrie werden wir keine Integration schaffen können“, sagte der Regierungschef am Mittwoch in Neumünster nach der Eröffnung der Messe NordBau. Die Herausforderungen bei der Integration von Flüchtlingen ließen sich nur bewältigen, „wenn wir Wohnungen schaffen“.

Bauwirtschaft müsse zur Integration beitragen

Nach Ansicht Albigs geht es darum, wie Wohnungen günstig und schnell entstehen können. „Wie können wir vielleicht nicht für 100, aber vielleicht für 30 Jahre bauen, um die Herausforderungen jetzt zu bewältigen.“ In dieser Frage erwarte er sich Impulse von der NordBau, der größten Kompaktmesse des Bauens in Nordeuropa.

Mit Blick auf die Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg sagte Albig: „Wenn wir in die 50er Jahre zurückschauen - ohne die schleswig-holsteinische Bauindustrie wäre damals die heroische Leistung, über eine Million Menschen aus den ehemaligen ostdeutschen Regionen zu integrieren, völlig undenkbar gewesen.“ Diese sei nur durch die „ganz große Kraftanstrengung aller in der Bauwirtschaft“ gelungen. „Etwas Ähnliches wartet jetzt wieder auf uns.“

„Gerade im Zusammenhang mit der ersten und späteren Unterbringung für die Flüchtlinge brauchen wir die Vorschläge der Baubranche und der Architekten“, sagte Albig. „Denn die Unterbringung in Zelten, Containern und Turnhallen kann nur ein Provisorium, aber keine dauerhafte Lösung sein.“

Nordbau von dänischem Prinz eröffnet

Albig eröffnete gemeinsam mit Prinz Joachim zu Dänemark auf dem Messegelände die Nordbau, die in diesem Jahr ein Doppel-Jubiläum feiert. Sie findet zum 60. Mal statt, und zum 40. Mal ist damit eine dänische Ausstellung verbunden.

Bis Sonntag erwarten die Veranstalter in den Holstenhallen und auf dem Außengelände etwa 65 000 Besucher. Die Messe richtet sich an Fachbesucher, Eigenheimer, Renovierer und auch Jugendliche, die sich für einen Beruf in der Baubranche interessieren. Mehr als 1400 Mädchen und Jungen aus ganz Norddeutschland dürften zur Ausbildungsbörse „nordjobBau“kommen.

Prinz Joachim sagte, seit 60 Jahren trage die Messe zur Stärkung des Baugewerbes in Nordeuropa bei. „Zu diesem tollen Jubiläum möchte ich Ihnen allen herzlich gratulieren.“ Der Prinz besuchte den dänischen Gemeinschaftsstand mit etwa 30 Ausstellern. Viele der dänischen Firmen hätten eine hohe Expertise bei der Energieeffizienz und könnten helfen, diese auch in Deutschland zu verbessern.

Neue Baustoffe und effizientere Maschinen

Schwerpunktthema ist diesmal „Der Architekt als Anwalt des Bauherrn“. Bauherren oder Renovierer finden auf der Messe für ihre Projekte alle notwendigen Ansprechpartner, betonte Wolfgerd Jansch von der Messeleitung.

„Die Stimmung im schleswig-holsteinische Baugewerbe ist gut“, sagte Georg Schareck, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein. Für 2015 rechne die Branche mit einem Umsatzplus von zwei Prozent.

Mit 846 Ausstellern aus 17 Ländern ist die Messe zum 14. Mal in Folge ausgebucht. „Die Nordbau ist ein Treffpunkt für alle, die wohnen und bauen“, sagte Jansch. Für Handwerker und Baufirmen geht es um neue Baustoffe und effizientere Maschinen - dazu sind Weltneuheiten angekündigt. Der Trend gehe zu Baumaschinen, die mit einem Akku betrieben werden. Als „Weltneuheit“ wird auch eine 360 Grad drehbare Glasduschtür vorgestellt.